Coronavirus

Minister stellt China als Ursprung des Virus infrage

Der chinesische Außenminister Wang Yi hat infrage gestellt, dass das neuartige Coronavirus seinen Ursprung in China hat. Nur weil China als erstes Land die Existenz des Virus gemeldet habe, müsse das nicht bedeuten, dass das Virus auch aus China stamme, sagte Wang am Donnerstag bei einem Besuch in Norwegen.

red/Agenturen

Es habe Berichte gegeben, dass das Virus womöglich schon früher auch anderswo auf der Welt aufgetreten sein könnte. Woher das Virus stamme und wo die Pandemie ihren Anfang genommen habe, sollte Wissenschaftern und medizinischen Experten überlassen werden. „Es sollte nicht politisiert oder stigmatisiert werden“, sagte Wang in einem offensichtlichen Verweis auf US-Präsident Donald Trump, der das Coronavirus als „China-Virus“ bezeichnet hat.

Trump wirft China vor, mit einer Vertuschungstaktik zu Beginn des Virus-Ausbruchs in der Millionen-Metropole Wuhan Ende 2019 für die Pandemie verantwortlich zu sein.

China meldete am Freitag neun neue Covid-19-Fälle nach acht am Tag zuvor. Bei allen Fällen soll es sich um Rückkehrer aus dem Ausland handeln. Damit habe die Behörden den zwölften Tag in Folge keinen Ansteckung im Inland registriert. Bei den in China gesondert registrierten Fällen ohne Krankheitssymptome wurden 16 neue gemeldet nach 19 am Tag zuvor.

Tausende Festnahmen wegen Straftaten

Seit Jahresbeginn sind in China fast 5.800 Menschen wegen Straftaten im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie festgenommen worden. Unter den Festgenommenen sind auch Menschen, die im Verdacht stehen, Mitarbeiter des Gesundheitswesens umgebracht zu haben, wie die Staatsanwaltschaft in Peking am Donnerstag mitteilte.

Mehrere Verdächtige sollen zudem Spendengelder unterschlagen haben, die für Corona-Patienten gesammelt worden waren. "Zwischen Januar und Juli wurden 5.797 Menschen festgenommen und 6.755 strafrechtlich verfolgt", erklärte die Staatsanwaltschaft. Wie viele Menschen sich noch in Gewahrsam befinden oder bereits verurteilt wurden, blieb zunächst unklar.

Mit Auto absichtlich medizinisches Personal überfahren

Unter den Angeklagten war den Angaben zufolge ein Mensch, der mit seinem Auto absichtlich medizinisches Personal überfahren hatte. Auch gegen einen Ladenbesucher, der einen anderen Kunden zu Tode geprügelt hatte, weil dieser keine Maske trug, wurde strafrechtlich vorgegangen. Ein weiterer Fall bezog sich laut Staatsanwaltschaft auf einen Verdächtigen, der einen Mitarbeiter des Gesundheitswesens mit einem Dolch niedergestochen haben soll, während dieser Fiebermessungen vornahm.

Mehrere Menschen wurden beschuldigt, Spendengelder für Corona-Zwecke veruntreut zu haben. Andere sollen fehlerhafte medizinische Geräte verkauft haben oder gegenüber den Behörden falsche Angaben zu ihrem Gesundheitszustand und Aufenthaltsorten gemacht haben.

Die Behörden im chinesischen Wuhan hatten im Dezember vergangenen Jahres den weltweit ersten Infektionsfall mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 gemeldet. Seither hat sich das Virus weltweit ausgebreitet. Die Volksrepublik hat die Pandemie mit strengen Ausgangssperren und intensiver Kontaktverfolgung unter Kontrolle gebracht.

 

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Außenminister Wang: Nur weil China als erstes Land die Existenz des Virus gemeldet habe, müsse das nicht bedeuten, dass das Virus auch aus China stamme.
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