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Corona

Ministerium untersucht etwaigen Mangel bei Masken

Das Gesundheitsministerium überprüft einen etwaigen Mangel bei CPA-Masken (entsprechen den Kriterien von FFP2-Masken, Anm.). Nachdem ein Pflegeheim in Kärnten eine Maske beanstandet hatte, wurde bei einer neuerlichen Testung festgestellt, dass bei Schutzprodukten mit Losnummer SC20200045 der Durchlass größer als erlaubt war. Diese Masken werden nun getauscht.

red/Agenturen

Wie das Gesundheitsministerium betonte, habe man sofort nach dem Testergebnis alle Bundesländer informiert. In dem Schreiben wurde auch empfohlen, die betroffenen Masken nur mehr als Mund-Nasen-Schutz einzusetzen. Wie viele Masken betroffen sind, wurde noch untersucht.

Der Fall ist ungewöhnlich, da einem Betrieb üblicherweise Chargen mit Masken mit der selben Produktionslosnummer zugeteilt werden. Im Fall des Pflegeheimes waren dies Produkte mit Losnummer SC20200040, die auch bei neuerlichen Tests den Vorgaben einer FFP2-Maske entsprachen. „Der Betreiber eines Pflegebetriebs hat allerdings bemerkt, dass innerhalb derselben Charge auch andere Masken als die der geprüften Produktionslosnummer ausgeliefert wurden. Dieser Sachverhalt wird aktuell geprüft“, hieß es seitens des Ministeriums.

Zusätzlich wurden bereits Schritte eingeleitet, „um die Versorgung mit qualitativ hochwertigen Masken für die Einrichtungen im Sozial- und Pflegebereich bestmöglich sicherzustellen". Die Auslieferungen soll binnen einer Woche folgen.

Aus der Ärztekammer für Wien hieß es dazu, dass die Ausgabe dieser möglicherweise schadhaften Masken derzeit gestoppt sei und bis zur Klärung nicht mehr ausgegeben werden. Es seien aber auch weiterhin ausreichend zertifizierte Masken im Ausgabelager der Wiener Ärztekammer vorhanden.

Auch Wien lässt Masken-Charge auf Fehler prüfen

Auch Wien lässt - neben anderen Bundesländern - eine bestimmte Charge von Schutzmasken, die dem FFP2-Typ entsprechen, auf eventuell fehlerhafte Exemplare durch das Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen prüfen. Das teilte ein Sprecher von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) am Mittwoch auf APA-Anfrage mit.

Insgesamt umfasse die georderte Tranche dieser Charge für Wien 2,14 Mio. Stück, wobei bisher nur ein Teil davon im Sozial- und Pflegebereich im Umlauf sei, so der Sprecher. Eine Stückzahl war nicht zu erfahren. Diese würden derzeit auf Mängel überprüft.

Engpässe, indem man die Masken zumindest vorübergehend aus dem Verkehr zieht, entstünden aber nicht. Denn durch große Lagerbestände könne man die fehlende Menge problemlos ausgleichen, hieß es.

Etwaige mangelhafte Masken auch in NÖ verwendet

Die derzeit durch das Gesundheitsministerium wegen etwaiger Mängel überprüften CPA-Masken, die den Kriterien von FFP2-Masken entsprechen, sind auch in Niederösterreich eingesetzt worden. „Die Masken werden derzeit geprüft und die Einrichtungen wurden informiert, dass sie vorerst nur als Mund-Nasen-Schutz (MNS, Anm.) verwendet werden dürfen“, teilte das Büro von Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) am Mittwoch mit.

Die neuerliche Testung von Schutzprodukten einer bestimmten Produktionslosnummer hatte ergeben, dass „unzulässige Abweichungen mit Sicherheit nicht ausgeschlossen werden können", erklärte ein Sprecher der Landesrätin. Derzeit werde erhoben, wieviele der vom Bund im August gelieferten Masken in Niederösterreich im Umlauf seien, um einen Ersatz organisieren zu können.

Burgenland versorgt Pflegeheime mit FFP2-Masken

Auch das Burgenland habe eine Mitteilung bekommen, dass ein Teil der vom Bund erhaltenen und an Pflegeheime ausgelieferten PCA-Masken nur als Mond-Nasen-Schutz zu verwenden seien, hieß es am Mittwoch auf APA-Anfrage vom Koordinationsstab Coronavirus. Glücklicherweise habe man auf eigene Initiative bereits entsprechend vorgesorgt. Burgenlands Pflegeheime seien somit trotzdem mit einer ausreichenden Menge an FFP2-Masken versorgt.

Das Land treffe auch laufend Vorsorge, damit dies so bleibe. Die betreffenden Einrichtungen seien darüber informiert worden, dass CPA-Masken ohne entsprechendes Zertifikat nicht als FFP2-Masken zu gebrauchen seien, aber als Mund-Nasen-Schutz verwendet werden können.

Schadhafte Masken eventuell auch in oberösterreichischen Einrichtungen

Möglicherweise schadhafte CPA-Masken könnten laut Krisenstab des Landes auch in Oberösterreich an rund 400 Einrichtungen von 90 Trägern verteilt worden sein. Ob es Cluster gibt, die möglicherweise damit in Zusammenhang stehen, könne man noch nicht seriös beurteilen. Derzeit gebe es nur die Vermutung, dass die Masken eine verminderte Filterleistung aufweisen, wurde betont. Der Bund prüfe das noch.

Der Bund habe demnach im August bzw. September zehn Millionen Stück Atemschutzmasken samt entsprechender Zertifikate an die Bundesländer verteilt. Oberösterreich habe rund 1,67 Millionen Stück davon bekommen und diese an insgesamt rund 400 Einrichtungen weitergegeben - darunter Alters- und Behindertenheime ebenso wie mobile Pflegedienste und stationäre Wohnungsloseneinrichtungen. Es sei davon auszugehen, dass jede der 400 Einrichtungen einen Teil der möglicherweise schadhaften Masken erhalten habe, hieß es beim Land.

Man sei am späten Freitagabend vom Ministerium informiert worden, dass die Masken möglicherweise nicht die Standards von KN95- bzw. CPA-Masken (entspricht FFP2, Anm.) erfüllen und es zu einer verminderten Filterleistung kommen könne, berichtete der Krisenstab. Man solle sie daher vorerst nur als Mund-Nasenschutz verwenden. Am Samstag seien die betroffenen Träger informiert worden und man habe ihnen angeboten, über das bestehende Bestellsystem des Landes Ersatzmasken anfordern zu können.

Seiten des Landes Steiermark wurde bestätigt, dass bei einzelnen Schutzprodukten einer Bundeslieferung aus dem Sommer 2020 mit der Losnummer SC20200045 der Durchlass größer als erlaubt war. Eine fachliche Prüfung durch den Bund werde zurzeit durchgeführt und die Ergebnisse zeitnah erwartet. Die betroffenen Einrichtungen seien vom Land Steiermark umgehend informiert worden. Im Fall einer negativen Prüfung durch den Bund, werden die Masken vom Land Steiermark ersetzt.