New York vor „entscheidenden Tagen"

In der Corona-Krise steht New York nach Einschätzung von Bürgermeister Bill de Blasio vor einer entscheidenden Woche. Die Situation in den Krankenhäusern werde sich in der kommenden Woche zuspitzen, sagte de Blasio. Derweil will die US-Regierung die Behandlungskosten für Bürger ohne Krankenversicherung übernehmen, die sich mit dem Coronavirus infizieren.

red/Agenturen

Der Sonntag sei „ein entscheidender Moment, an dem wir ausgestattet und vorbereitet sein müssen, für den sehr schwierigen Kampf, den wir vor uns haben“, hielt De Blasio fest. Den Krankenhäusern der Stadt fehle es derzeit vor allem an Personal und Beatmungsgeräten, die Beschaffung sei ein Wettlauf gegen die Zeit. „In der modernen Geschichte unser Stadt ist es fast unvorstellbar - aber ich glaube, dass wir es schaffen können, wenn wir die Hilfe bekommen, die wir brauchen“, forderte er erneut Hilfe aus Washington an.

Der US-Bundesstaat New York, in dem die Millionenmetropole liegt, gilt als eines der Zentren der Corona-Pandemie in den USA, auch weil dort derzeit deutlich mehr getestet wird als in anderen Bundesstaaten. Mehr als 100.000 Menschen in New York haben sich bereits mit dem Virus infiziert, wie Gouverneur Andrew Cuomo am Freitag mitteilte. Rund die Hälfte dieser Fälle wird aus New York City gemeldet.

27,5 Mio. US-Bürger ohne Krankenversicherung

Die US-Regierung will die Behandlungskosten für Bürger ohne Krankenversicherung übernehmen, die sich mit dem Coronavirus infizieren. In dem vom Kongress verabschiedeten Nothilfepaket zur Bekämpfung der Pandemie seien dafür 100 Milliarden Dollar ( (92,8 Mrd. Euro) enthalten, teilte Gesundheitsminister Alex Azar mit. In den USA haben mindestens 27,5 Millionen Bürger keine Krankenversicherung.

Hinzu kommen etwa zehn Millionen Menschen, die in den vergangenen beiden Wochen arbeitslos wurden und somit ihren Krankenversicherungsschutz verloren. Der Vorgänger von US-Präsident Donald Trump, Barack Obama, hatte das nach ihm benannte Gesundheitssystem Obamacare eingeführt, das vielen Millionen US-Bürgern erstmals eine Krankenversicherung ermöglichte. Trump will diese Reform rückgängig machen.

Gesundheitsexperten warnen davor, dass sich viele US-Bürger aus Angst vor den Kosten nicht behandeln ließen, wenn sie sich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert hätten. So gefährdeten sie nicht nur ihr eigenes Leben, sondern würden das Virus auch weiterverbreiten.

Im Kampf gegen die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie wurde das größte Rettungspaket der US-Geschichte beschlossen - es wiegt rund zwei Billionen Dollar (1.847 Mrd. Euro).

New York Straßen
Unter 18-Jährige machen 22 Prozent der US-Bevölkerung aus. Aber nur 1,7 Prozent von 149.082 bestätigten Covid-19-Fällen, in denen das Alter der Patienten bekannt war, fielen bisher in diese Altersgruppe.
pixabay