Coronavirus

Österreich im Lockdown, Stillstand für Europa

Die Corona-Pandemie sorgt in Österreich seit Dienstag für einen teilweisen Lockdown. Um eine drohende Überlastung der Gesundheitssysteme zu vermeiden, greifen auch andere Länder zu unterschiedlichen Maßnahmen - von Geschäftsschließungen über Kontaktbeschränkungen bis hin zu nächtlichen Ausgangsbeschränkungen.

red/Agenturen

In Österreich gelten ab Dienstag weitreichende Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus. Der von der Regierung angekündigte „zweite Lockdown“ startete um 00.00 Uhr und dauert mindestens bis 30. November. Vorgesehen sind auch Ausgangsbeschränkungen zwischen 20.00 und 6.00 Uhr. In dieser Zeit darf man nur zu bestimmten Zwecken den Wohnbereich verlassen.

Dieser Lockdown fällt zwar etwas lockerer aus als im Frühjahr, denn der gesamte Handel und Dienstleister wie Friseure bleiben offen. Dennoch bringt er massive Einschnitte in die Freiheit der Bevölkerung. Neben den nächtlichen Ausgangsbeschränkungen dürfen sich nur mehr zwei Haushalte treffen, Garagen- und Gartenpartys sind auch verboten.

Düster schaut es auch für Gastronomie, Freizeit- und Tourismuswirtschaft aus: Veranstaltungen werden mit Ausnahme des Profisports verboten. Auch Theater, Museen und Freizeiteinrichtungen wie Schwimmbäder oder Fitnessstudios müssen schließen. Lokale dürfen nur noch Abhol- und Lieferdienste anbieten, Hotels dürfen keine Touristen, sondern nur noch Geschäftsreisende aufnehmen. Die Regierung versprach ein Hilfspaket, so sollen bis zu 80 Prozent der Umsatzausfälle abgedeckt werden.

Kindergärten, Volksschulen und Unterstufenklassen bleiben nun anders als im März geöffnet, die Oberstufe wechselt ebenso wie die Unis ins Distance Learning. Besuche in Krankenhäusern und in Alters- und Pflegeheimen werden limitiert.

Italien und Griechenland mit verschärften Maßnahmen

Auch in ganz Deutschland begann am Montag ein vierwöchiger Teil-Lockdown. In allen Bundesländern gilt, dass Hotels und Restaurants, Kinos, Museen und Theater sowie andere Freizeiteinrichtungen weitestgehend geschlossen sind. Auch für persönliche Treffen gelten strengere Regeln: In den meisten Bundesländern dürfen nur noch zwei Haushalte zusammenkommen - teils gilt das sogar für Treffen im privaten Raum. Kindergärten, Schulen und Geschäfte bleiben im Gegensatz zum ersten Herunterfahren des öffentlichen Lebens im Frühjahr diesmal geöffnet.

In Griechenland etwa wird im Großraum der Hafenstadt Thessaloniki wegen zahlreicher Corona-Fälle ab Dienstag ein Lockdown verhängt. Bürger, die tagsüber ausgehen möchten, müssen eine Nachricht per Kurznachrichtendienst (sms) an die Behörden schicken. Zwischen 21.00 Uhr abends und 05.00 Uhr morgens gilt ein Ausgangsverbot. Zudem wird der Flughafen von Thessaloniki geschlossen. Zuvor waren im Großraum der zweitgrößten griechischen Stadt mit rund einer Million Einwohner mehr als 1.300 Corona-Infektionen diagnostiziert worden.

Außerdem gilt nun in ganz Griechenland Maskenpflicht. In sogenannten roten Zonen, in denen die Corona-Zahlen hoch sind, müssen ab Dienstag zudem Restaurants, Bars, kulturelle und andere Freizeiteinrichtungen schließen. Das betrifft auch den Großraum der Hauptstadt Athen. Diese Maßnahmen sollen vorerst für einen Monat gelten.

Italien will im Kampf gegen die zweite Corona-Welle alle Museen und Ausstellungen schließen. Die Mitte-Links-Regierung plant für öffentliche Transportmittel eine Obergrenze, nach der nur die Hälfte der Plätze besetzt werden darf. Einkaufszentren sollen künftig landesweit an Wochenenden schließen. In Rom wurde erwartet, dass das entsprechende Dekret bis Dienstag fertig werden dürfte.

Die italienische Regierung hatte ihre Maßnahmen zum Corona-Schutz bereits im Laufe des Oktobers mehrfach verschärft. Seit längerem gilt eine Maskenpflicht auch im Freien. Seit einer Woche sind Theater und Kinos geschlossen. Bars und Restaurants dürfen nur noch bis 18.00 Uhr Gäste bedienen. Das 60-Millionen-Einwohner-Land hatte am Sonntag rund 30.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden registriert, am Montag waren es rund 22.250. Außerdem starben an beiden Tagen jeweils mehr als 200 Menschen mit oder an Covid-19.

Auch in den Niederlanden wird erwartet, dass die Regierung erneut Maßnahmen verschärfen wird. So sollen Kinos, Theater und Museen schließen. Vor knapp drei Wochen war ein Teil-Lockdown verhängt worden. Die Zahl der Neu-Infektionen lag vor dem Wochenende bei mehr als 10.000 binnen 24 Stunden, scheint aber nun langsam zurückzugehen. Doch der Druck auf Krankenhäuser bleibt nach wie vor sehr hoch.