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Coronavirus

Österreich übersprang Schwelle von 6.000 Neuinfektionen

Österreich hat am Mittwoch erstmals die Schwelle von 6.000 Corona-Neuinfektionen übersprungen. Mit Stand 9.30 Uhr wurden 6.211 Personen binnen 24 Stunden positiv auf das Coronavirus getestet. Auch die Zahl der hospitalisierten Personen stieg von 2.431 auf 2.584. In Intensivstationen lagen 383 Personen.

red/Agenturen

Die Neuinfektionen teilen sich auf die Bundesländer Österreichs wie folgt auf: Burgenland: 203, Kärnten: 426, Niederösterreich: 880, Oberösterreich: 1.510, Salzburg: 437, Steiermark: 461, Tirol: 1.143, Vorarlberg: 306 und Wien: 845.

Bisher gab es in Österreich 125.099 positive Testergebnisse. Mit Stand 9.30 Uhr starben österreichweit 1.227 Personen an den Folgen des Corona-Virus und 77.036 sind wieder genesen.

Die Zahl von 6.211 neuen Infektionen ist die tatsächliche aktuelle Zahl, wie das Innenministerium unterstrich. Am Dienstag gab es in Niederösterreich Probleme mit der Erfassung der Neuinfizierten. Diese 690 Betroffenen wurden nachgemeldet und „sind in der heutigen Meldung der Neuinfektionen nicht enthalten".

Die Regierung hatte im Vorfeld 6.000 Fälle pro Tag als jene kritische Marke bezeichnet, in der mit der beginnenden Grippewelle schrittweise die Grenzen der intensivmedizinischen Kapazitäten erreicht werden würden. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) rechnete allerdings damit, dass dieser Wert erst Anfang Dezember erreicht werden würde.

Situation in Kärnten „angespannt, aber unter Kontrolle“

Die Coronavirus-Situation in Kärnten sei „angespannt, aber unter Kontrolle“. Das sagte Gerd Kurath vom Landespressedienst am Mittwoch angesichts der rapide gestiegenen Neuinfektionen mit 426 Fällen in 24 Stunden. Es habe zuletzt Probleme mit langen Wartezeiten auf Testergebnisse in Kärnten gegeben. Das liege zum einen an einem privaten Labor, mit dem man den Vertrag nun gelöst habe, zum anderen am Epidemiologischen Management System (EMS).

Die Datenverarbeitung habe dort zuletzt Probleme gemacht, deshalb konnte man in den vergangenen zwei Tagen auch keine Bezirkszahlen bei den Neuinfektionen nennen. Ein weiterer Grund für Verzögerungen von bis zu einer Woche beim Testergebnis seien natürlich die gestiegenen Zahlen. Kärnten habe aktuell eine Testkapazität von rund 1.000 Tests pro Tag, mit einem neuen Analyseinstitut gebe es Verhandlungen, man stehe kurz vor einer Vertragsunterzeichnung, sagte Kurath. Von den aktiven Fällen wurde bei rund 40 Prozent die Ansteckung geklärt, 60 Prozent sind ungeklärt bzw. noch nicht abschließend untersucht.

Als Beleg für die Kontrolle, die man noch habe, verwies Kurath auf eine rechtlich mögliche Priorisierung beim Testen von Kontaktpersonen, die man noch nicht anwenden müsse. Zudem verspricht sich die Landesverwaltung Entlastung vom baldigen Einsatz von Antigen-Tests und vom Lockdown. Die Krankenhauskapazitäten würden aktuell ebenfalls noch reichen. Drei Kärntner Spitäler befinden sich mittlerweile auf Stufe zwei der dreiteiligen Eskalationsskala. Das bedeutet, dass dort Eingriffe falls möglich verschoben werden. Akute Behandlungen wie bei Herzinfarkten oder Schlaganfällen werden aber natürlich sofort gemacht, beteuerte Kurath.

819 Neuinfektionen in Tirol

In Tirol waren mit Stand Mittwochmittag 5.311 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Seit dem Vorabend kamen 819 Neuinfektionen hinzu, 319 konnten dagegen wieder für gesund erklärt werden. Insgesamt überstanden bisher 11.006 Menschen die Virusinfektion. Seit Dienstag wurden im Bundesland zudem sieben weitere Todesfälle mit dem Virus verzeichnet. Damit starben bisher mit oder am Coronavirus 133 Menschen.

Nach Informationen des Landes handelte es sich bei den Verstorbenen um eine 94-jährige und 84-jährige Frau sowie einen 88-jährigen Mann aus dem Bezirk Innsbruck-Stadt. Im Bezirk Innsbruck-Land sind zwei Männer im Alter von 90 und 78 Jahren verstorben. Ebenso verstorben ist eine 88-jährige Frau aus Bezirk Kufstein sowie eine 87-jährige Frau aus dem Bezirk Schwaz. Alle Betroffenen litten an Vorerkrankungen.

Indes blieb die Lage auf den Intensivstationen im Vergleich zum Vortag unverändert: 39 Corona-Patienten benötigten intensivmedizinische Behandlung. Insgesamt waren 253 Corona-Erkrankte - um 15 mehr als noch im Dienstag - im Spital. Unter den Hospitalisierten befand sich auch ein Kind. Die Zahl der stationär zu betreuenden Covid-Erkrankten steige „im Zeitverlauf stufenweise“ an, hieß es.

In den Schulen entspannte sich in dieser Woche die Lage. Während Ende vergangener Woche noch 81 Schulklassen in Quarantäne waren, sind es am Mittwoch nur mehr 25. Bereits seit mehreren Wochen gilt in Tirol für die Oberstufen Distance Learning.

443 Genesungen und 470 Neuinfektionen im Ländle

In Vorarlberg ist die Zahl der Corona-Infektionen am Mittwoch aufgrund von 470 Neuinfektionen erneut angestiegen. Weil gleichzeitig aber auch 443 Genesungen gemeldet wurden, blieb die Zahl der aktiv Infizierten unter der Marke von 3.000. Exakt lag sie bei 2.952 Fällen. In den Spitälern wurden 133 Corona-Patienten versorgt, erneut gab es auch ein Todesopfer zu beklagen. Die Zahl der im Zusammenhang mit dem Coronavirus verstorbenen Personen stieg damit auf 41.

Von den 133 Covid-19-Patienten in den Krankenhäusern wurden 108 auf der Normalstation sowie 25 auf der Intensivstation betreut. Seit dem 25. Oktober sind 13 Vorarlberger am oder mit dem Coronavirus verstorben.

Dem Corona-Dashboard der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) zufolge wies Vorarlberg auch am Mittwoch weiter die mit Abstand schlechteste Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner aller österreichischen Bundesländer auf. Mit einem Wert von 579,6 lag Vorarlberg deutlich vor Oberösterreich (520,0) und Tirol (502,0). Der Österreich-Durchschnitt belief sich auf 379,0.

Neun Todesfälle in Oberösterreich

In Oberösterreich sind am Mittwoch neun Todesfälle gemeldet worden, unter ihnen sind auch ein 38-jähriger Mann aus dem Bezirk Linz-Land und eine 57-jährige Frau aus dem Bezirk Vöcklabruck. Die übrigen Verstorbenen waren zwischen 77 und 91 Jahre alt. Die Lage in den Spitälern ist angespannt, Ausweichquartiere sind in Planung. Die Krankenhäuser appellierten an die Bevölkerung, die Maßnahmen einzuhalten, nur so könne eine Überlastung verhindert werden.

Die Zahl der Neuinfektionen war mit 1.510 neuerlich sehr hoch. Insgesamt sind derzeit 9.020 Personen (Stand 12:00 Uhr) im Bundesland erkrankt. Besonders stark betroffen ist der Bezirk Eferding, wo mittlerweile mehr als ein Prozent der Bevölkerung positiv ist. Oberösterreichweit liegen 547 Corona-Patienten auf Normal- und 61 auf Intensivstationen in den Krankenhäusern.

Wien mit 845 neuen Covid-19-Fällen

In den vergangenen 24 Stunden haben auch in der österreichischen Hauptstadt wieder mehrere Hundert Menschen erfahren, dass sie sich nachweislich mit dem Coronavirus infiziert haben: Konkret wurden 845 positive Testresultate eingemeldet, teilte der medizinische Krisenstab der Stadt in einer Aussendung mit (Stand: 8.00 Uhr). Überdies sind seit gestern, Dienstag, früh wieder sechs Menschen an den Folgen der Coronavirus-Infektion gestorben.

Es handelt sich um zwei Frauen im Alter von 66 bzw. 85 Jahren sowie um vier Männer zwischen 69 und 91 Jahren. Damit sind in der Bundeshauptstadt nun 360 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 zu beklagen.

Bisher wurden in Wien insgesamt 34.726 Coronavirus-Infektionen registriert. Aktiv an der Erkrankung laborieren im Moment 10.433 Menschen. Wieder gesund sind 23.933 Personen. Am gestrigen Dienstag wurden 6.172 Tests vorgenommen: Insgesamt wurden in Wien seit Beginn der Pandemie 651.976 Tests durchgeführt.

Vier Todesfälle in niederösterreichischen Spitälern

In niederösterreichischen Krankenhäusern sind wiederum nach Angaben der Landesgesundheitsagentur vom Mittwoch vier weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Laut Sprecher Bernhard Jany starben drei Frauen und ein Mann.

Es handelte sich demnach um eine 78-Jährige in Waidhofen a.d. Ybbs, eine 83-Jährige in Baden und eine 89-Jährige in Lilienfeld sowie um einen 86-Jährigen in Melk. Die Gesamtzahl der Covid-19-Toten in den Spitälern im Bundesland ist auf 186 gestiegen. Allein seit Montag vergangener Woche sind 46 Todesfälle zu beklagen.

Zwei Todesfälle und 203 Neuinfektionen im Burgenland

Im Burgenland indes ist die Zahl der Neuinfektionen seit Dienstag um 203 gestiegen, 79 Personen sind genesen, gab der Koordinationsstab Coronavirus am Mittwoch bekannt. Ein 59-jähriger Mann aus dem Bezirk Oberpullendorf und ein 87-Jähriger aus dem Bezirk Oberwart sind im Zusammenhang mit Covid-19 verstorben. Die Anzahl der Todesfälle erhöht sich dadurch auf 30.

Aktuell sind 1.297 infizierte Personen gemeldet. Seit Beginn der Pandemie wurden im Burgenland 2.922 Fälle bestätigt. 1.595 Personen sind inzwischen wieder genesen. 46 Patienten werden in Spitälern behandelt, davon befinden sich acht auf der Intensivstation. 2.879 Menschen, um 84 mehr als am Dienstag, stehen unter behördlicher Quarantäne.