Psychiatrie

Österreichs Spitalsbetten unter dem EU-Schnitt

EU-weit stehen in der Psychiatrie durchschnittlich 69 Krankenhausbetten pro 100.000 Einwohnern zur Verfügung. Insgesamt machen diese 14 Prozent aller Spitalbetten aus, teilte Eurostat am Mittwoch unter Berufung auf aktuelle Zahlen aus dem Jahr 2017 mit.

red/Agenturen

Im Vergleich zu 2007 sei dieser Anteil um neun Prozent gesunken, hieß es anlässlich des morgigen Welttages der Psychischen Gesundheit am 10. Oktober.

Damals standen laut der Statistikbehörde noch 76 Betten pro 100.000 EU-Bürgern zur Verfügung. Die Situation sei EU-weit sehr unterschiedlich: Belgien hatte 2017 mit 136 Spitalbetten für psychiatrische Betreuung die höchste Rate, gefolgt von Deutschland (128) und Lettland (125). Die wenigsten Betten stehen in Italien (9) zur Verfügung, Zypern (21) und Irland (34) liegen auf Platz zwei und drei. Österreich liegt mit 65 Betten unter dem EU-Durchschnitt.

Knapp 20 Prozent der Berufskrankenstände seien bereits auf psychische Ursachen zurückzuführen, zwei Drittel der Frühpensionierungen erfolgen wegen psychischer Erkrankungen, so Thomas Szekeres, Präsident der Österreichischen und Wiener Ärztekammer. „Insgesamt sind 1,2 Millionen Österreicher psychisch krankheitsgefährdet, über 400.000 sind ernsthaft krank und müssten rechtzeitig therapiert werden. “ warnt er auf seinem Blog vor der dringlichen Problematik der fehlenden Therapieplätze und des krassen Ärztemangels in der Psychiatrie und Kinderpsychiatrie.

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