Coronavirus

Rapider Anstieg: Japanische Regierung will Ausnahmezustand ausrufen

Berichten zufolge will sich Ministerpräsident Shinzo Abe am Montagabend mit einem Beratergremium treffen. Erwartet wird, dass er dann am Dienstag den Ausnahmezustand verkündet. Japan verzeichnete zuletzt einen rapiden Anstieg bei den Coronavirus-Infektionen.

red/Agenturen

Am Sonntag meldete die Regierung in Tokio 148 Neuinfektionen mit dem neuartigen Coronavirus. Der Anstieg - wenngleich deutlich niedriger als in Europa oder den USA - löste erneut Forderungen nach einer Verschärfung der Eindämmungsmaßnahmen aus. Die Gouverneurin der Hauptstadt, Yuriko Koike, rief die Bewohner auf, nach Möglichkeit zu Hause zu arbeiten und auf nicht unbedingt nötige Aktivitäten am Wochenende zu verzichten. Sie habe zwar bisher noch keine formale Anweisung der Regierung erhalten, bereite sich aber „auf verschiedene Dinge" vor, sagte Koike zu einer möglichen Ausrufung des Ausnahmezustands.

Japan mit bisher 3650 Infektionsfälle

Medienberichten zufolge soll sich der Ausnahmezustand nur auf jene Landesteile beziehen, wo sich die Infektionsrate zuletzt stark beschleunigt hat. Demnach sollen die Gouverneure der betroffenen Regionen den Bewohnern empfehlen, zu Hause zu bleiben, und Geschäftsleute dazu aufrufen, ihre Unternehmen zu schließen, wenn diese große Menschenmengen anziehen.

Bindende Anordnungen dürfen die Gouverneure aber nicht verhängen. Das japanische Rechtssystem begrenzt die Möglichkeiten der Regierung, die Bewegungsfreiheit ihrer Bürger einzuschränken, stark. In Japan wurden bisher 3650 Infektionsfälle mit dem neuartigen Coronavirus gemeldet. In den vergangenen Tagen war das öffentliche Leben in Tokio spürbar zurückgegangen. Viele Menschen folgten dem Aufruf der Gouverneurin, zu Hause zu bleiben. Viele Geschäfte verkündeten freiwillige vorübergehende Schließungen.