Grenzöffnung

Slowenische Ärztekammer schließt sich Appellen an

Dem Appell an Österreich, die Grenze zu Slowenien zu öffnen, hat sich auch die slowenische Ärztekammer angeschlossen. In einem Schreiben rief sie das österreichische Gesundheitsministerium auf, alles in seiner Macht zu unternehmen, um die Grenze zwischen den beiden Nachbarländern wieder zu öffnen, teilte die Ärztekammer am Dienstag mit.

red/Agenturen

„Slowenien war bei der Bekämpfung der Coronavirus-Epidemie sehr erfolgreich, im Hinblick auf die Statistik sogar erfolgreicher als manches österreichische Nachbarland, zu dem Österreich seine Grenzen schon geöffnet hat“, steht in dem Schreiben. Die Ärztekammer appellierte an Wien, die epidemiologische Lage im Land und die Tatsache, dass „das Risiko der Corona-Epidemie geringer sei als in zahlreichen anderen Ländern, zu denen Österreich die Grenzen schon geöffnet hat“, zu berücksichtigen.

Die Ärztekammer wies darauf hin, dass es in Slowenien seit einer Weile auf Tagesbasis keine bzw. äußerst wenige Neuinfektionen mit dem Coronavirus gäbe und dass die Anzahl der hospitalisierten Personen drastisch zurückgehe. Darüber hinaus habe Slowenien bei der Anzahl der Infizierten pro eine Million Einwohner besser abgeschnitten als Tschechien, Deutschland, Liechtenstein und die Schweiz, hieß es. „Trotzdem hält Österreich die Grenze mit Slowenien geschlossen und verhindert die Wiederherstellung möglichst normaler Verbindungen zwischen den beiden Ländern, obwohl das für die beiden Länder von großer Bedeutung ist“, so die Mitteilung.

Einer von zahlreichen Aufrufe aus Slowenien zur Öffnung der gemeinsamen Grenze

Ein ähnlicher Appell zur Grenzöffnung sei auch an die österreichische Ärztekammer geschickt worden. „Dadurch können die Verbindungen zwischen den beiden Ländern wiederhergestellt und gute Verhältnisse zwischen den beiden Ländern erhalten oder sogar aufgebaut werden“, hieß es in der Mitteilung.

Der Appell der slowenischen Ärztekammer ist einer von zahlreichen Aufrufe aus Slowenien zur Öffnung der gemeinsamen Grenze. Dafür sprach sich u.a. auch die slowenische Wirtschaftskammer aus. Deutliche Signale für die Aufhebung der Einreisebeschränkungen auf österreichischer Seite gab es wiederholt aus der slowenischen Regierung. Wien gab sich allerdings bisher zurückhaltend.

Bisher wurden in Slowenien 1.475 Menschen nachweislich mit dem Virus SARS-CoV-2 infiziert. Insgesamt wurden 109 Tote gemeldet, aktuell befinden sich fünf Personen im Spital, davon eine auf der Intensivstation. Den ersten Corona-Fall hatte das Land am 4. März verzeichnet. Seitdem wurden 79.698 Tests durchgeführt. Das südliche Nachbarland hat zwei Millionen Einwohner.