Coronavirus

Stadt Salzburg verstärkt Contact-Tracing-Team

Stark steigende Infektionszahlen und positive Fälle in den eigenen Reihen haben das Contact-Tracing-Team in der Stadt Salzburg zuletzt ans Limit gebracht. Nun versuchen die städtischen Gesundheitsbehörden durch personelle Verstärkung und eine Übersiedlung in größere Räume gegenzusteuern. Damit könne man „am Puls der Positiven“ bleiben und alles „nach der Prioritätenliste des Bundes“ abarbeiten, erklärte Michael Haybäck, Leiter der städtischen Bezirksverwaltung, am Mittwoch.

red/Agenturen

Der Lockdown sei jetzt dennoch unbedingt nötig. Aufgrund des höheren Infektionsniveaus - am Mittwochnachmittag verzeichnete die Stadt 737 akut infizierte Personen - sei die zweite Welle schlimmer und daher schwerer zu bewältigen als die erste. Man dürfe keine rasche Entspannung erwarten.

Die Liste des Bundes sieht vor, in einem ersten Schritt infizierte Menschen so schnell wie möglich zu kontaktieren und abzusondern. Dann folgen die gemeinsam im Haushalt lebenden Personen. Kontaktpersonen der Kategorie 1 kontaktiere man „so weit wie möglich“ - soll heißen, es gab hier zuletzt bereits Fälle, in denen Betroffene keinen Absonderungsbescheid erhalten haben oder das Schreiben erst nach Ende ihrer Isolierung eingelangt ist.

„Wir versuchen auf jeden Fall, alle Kontaktpersonen der ersten Kategorie per Telefon zu erreichen, sie in Autoquarantäne zu schicken und einen Test zu veranlassen“, sagte ein Sprecher der Stadt zur APA. „Aufgrund der hohen Zahlen haben wir in den vergangenen Tagen vereinzelt aber keine Bescheide ausstellen können.“ Es bestehe allerdings auch kein Rechtsanspruch auf einen Bescheid.

Kommen wie zuletzt an einem Tag zwischen 100 und 150 Neuinfizierte hinzu, und man gehe von jeweils zehn bis 20 Kontaktpersonen aus, könne man sich ausrechnen, wie viele Bescheide das zur Folge habe. „Priorität gibt es darum dort, wo Betroffene in sensiblen Bereichen arbeiteten. In Krankenhäusern, Seniorenwohnheimen oder Lehrer in Schulen“, sagte der Sprecher. Wo sinnvoll erfolge schließlich auch die Abarbeitung von Kontaktpersonen der zweiten Kategorie.

Contact-Tracing: Bis dato über 64.000 Telefonate

Von der städtischen Epidemiebehörde seien im Contact-Tracing bisher mehr als 64.000 Telefonate nötig gewesen. Man habe 6.500 Bescheide ausgestellt und über 4.000 Kontrollen durchgeführt. Dazu kommen derzeit rund 50 bis 70 Entlassungen pro Tag, die ebenfalls per Bescheid abgearbeitet werden müssen. In der Vorwoche war die Hälfte des Contact-Tracing-Teams der Stadt Salzburg - 20 Mitarbeiter - in Quarantäne geschickt worden, weil eine Mitarbeiterin im Kontaktpersonen-Management selbst positiv getestet worden war.

Nun soll das Team jedoch aufgestockt werden. Im vorläufig geplanten Endausbau werden dann 55 Bedienstete aus den Ämtern und Abteilungen des Magistrats die Rückverfolgung von Infizierten aufnehmen. Dazu stoßen 27 externe Vollzeitkräfte und zwölf Soldaten des Bundesheeres. Wenn der aktuelle Teil-Lockdown zu sinkenden Fallzahlen führe, sei man sehr gut aufgestellt.

 

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