Steirische KAGes unterzieht sich mit „Reshape 2030“ Reformprozess

Die Steiermärkische Krankenanstaltengesellschaft KAGes hat einen Reformprozess gestartet - „KAGes Reshape 2030“ nennt man das von offizieller Seite. Ein wesentlicher Teil ist der Straffung der Organisation und der Abläufe gewidmet. Dazu wird die Organisationsstruktur der Zentrale in Graz jener der kollegialen Führungen in den einzelnen Spitalsstandorten angeglichen. Am Montag wurde das Vorhaben unter Leitung von KAGes-Aufsichtsratsvorsitzenden Günter Dörflinger präsentiert.

red/Agenturen

Reduktion des akuten und künftigen Ärztemangels, sowie der Pflegeressourcen, Entlastung der Ärzte und Pflegepersonal hinsichtlich Administration und Dokumentation, Reduktion regionaler Abwanderung von Personal, Patientenabholungen beschleunigen, Sonderklasse attraktivieren, Rückgriff auf regionale Ressourcen beim Lebensmitteleinkauf, Nachhaltigkeitsziele weiter verfolgen - das alles steht neben der Anpassung der Organisationsstruktur auf der Liste der Vorhaben des Reformprojektes. Im Mai 2021 ist der Reshape-Prozess unter der Leitung von Dörflinger gestartet worden.

Als zentraler Punkt wurde am Montag präsentiert, dass sich in Zukunft die Führungsstruktur aus ärztlicher Direktion, Pflegedirektion und Betriebsdirektion, wie sie in den Spitalsstandorten bzw. Spitalsverbünden in der Steiermark eingeführt wurde, auch in der KAGes-Zentrale widerspiegeln soll. „Die Größe der Organisation erfordert durchgängige Strukturen“, hob Vorstandsvorsitzender Gerhard Stark hervor. Er hat nach dem Rücktritt von Karlheinz Tscheliessnigg interimistisch die Funktion übernommen. Die laufende Periode geht Anfang 2023 zu Ende.

Die Neuerung bedeute, dass in der zweiten Führungsebene nach dem Vorstand zukünftig in der Zentrale korrespondierende „Direktorien“ Ansprechpartner für die elf Häuser sein werden. Die bisher zuständigen 16 Organisationseinheiten werden sich dann in eine Medizinische Direktion, sowie eine Pflege, Finanz- & Controlling, Human Ressources & Recht-, sowie IT- & Technik-Direktion aufteilen. Die neue Organisationsstruktur bringe laut Stark eine Aufwertung der Leitungen in den Häusern, wie auch des Bereichs der Pflege mit sich. Ziel sei es generell die Verwaltung in dem größten Unternehmen der Steiermark effizienter zu machen, die Patienten- und Mitarbeiterzufriedenheit zu erhöhen und die internen und externen Kommunikationsstrukturen zu stärken, legte Gesundheitslandesrätin Juliane Bogner-Strauß (ÖVP) dar.

Dem Reshape-Team gehören neben Dörflinger Medizinerinnen und Mediziner, Vertreter der Pflegedirektion, der Betriebsdirektion, der Patientenvertretung, des Betriebsrates sowie externe Expertinnen uns Experten an. „Wir haben keine internationale Beratungsagentur engagiert, sondern Fachleute aus den eigenen Reihen und Externe eingebunden“, erklärte Dörflinger. Insgesamt wurden fünf Arbeitsgruppen für die Bereiche Patienten-Fokus, Mitarbeiter-Fokus, Neue Geschäftsfelder, Strukturen und Kommunikation gebildet.

Die Direktorien sollen noch im April ausgeschrieben werden. „Es können sich Externe und Interne bewerben“, sagte Dörflinger. Im April soll auch die neue Geschäftsordnung erstellt werden, die festhält, was die Zentraldirektion und was die Verbünde zu machen haben. Und nicht zuletzt wird auch die Ausschreibung des neuen KAGes-Vorstandsvorsitzenden vorangetrieben: Auch hier soll die Ausschreibung im April erfolgen. „Das wollen wir rechtzeitig geklärt haben, denn der Vorstand soll in die Auswahl der neuen Führungspositionen der zweiten Ebene eingebunden werden“, so Dörflinger.

Zur KAGes gehören elf Landeskrankenanstalten an 20 Standorten und vier Landespflegezentren in der ganzen Steiermark. Mit rund 18.000 Mitarbeitenden ist sie der größte Arbeitgeber der Steiermark.