Corona-Impfstoff

Vorarlberger Ärztekammer wirbt für Covid-19-Impfung

Die Vorarlberger Ärztekammer hat am Freitag um eine hohe Beteiligung der Bevölkerung an der kommenden Covid-19-Impfung geworben. Man wolle durch offene Information und Aufklärung möglichst viele Menschen von der Sinnhaftigkeit und Sicherheit der Impfung überzeugen und die Angst davor nehmen, so die Vertreter. Man verfüge mit der Impfung über eine gute Waffe gegen die Pandemie, zu der es keine Alternative gebe.

red/Agenturen

Die Impfung wird in Vorarlberg fachgerecht von Ärzten durchgeführt, um mögliche Impfreaktionen und sehr selten auftretende Nebenwirkungen sofort richtig behandeln zu können. „Die Sicherheit der Impfstoffe und ihre hohe Wirksamkeit sind aufgrund der vorliegenden Daten gegeben und mit anderen anerkannten Impfstoffen vergleichbar“, so Ärztekammerpräsident Michael Jonas. „Wir sind froh, Teil dieser Impfstrategie sein zu können“, betonte er. Laut Robert Spiegel, Covid-19-Beauftragter der Ärztekammer, ist das Impfkonzept ab einer Durchimpfungsrate von 50 Prozent erfolgversprechend. Ziel seien mindestens 60 Prozent.

Man wolle möglichst wenig Zeit verlieren, wenn die Impfung eintreffe, das erfordere viel Vorbereitung. Von der ersten Injektion bis zum Impfschutz dauere es gut eineinhalb Monate, damit sei man mitten in der Grippezeit. „Wir kämpfen um jede Woche“, betonte Spiegel. Begonnen wird mit Impfteams in den Pflegeheimen sowie dem medizinischen Personal. Man hoffe, binnen sechs Wochen die kritisch Gefährdeten und ihre Betreuerinnen mit den zwei Dosen durchimpfen zu können. „Wenn es gelingt, die ältere Bevölkerung zum Großteil zu impfen, dann haben wir die Intensivstationen im Nu um zwei Drittel geleert“, so Jonas. Pflegeheimärztin Gabriele Gort betonte, der Impfung der Älteren komme eine Schlüsselrolle zu. In Vorarlberg lebten etwa 2.600 Personen in Pflegeheimen, die von weiteren 3.000 Personen gepflegt werden.

Wohl ab März/April wird die Impfung dann auf alle ausgerollt. 220 Ärzte hätten sich unter Koordination des Landes bereit erklärt, an der kostenlosen, vom Bund zur Verfügung gestellten Impfung teilzunehmen. Impfstraßen oder -zentren sind angedacht, zu denen man sich etwa wie zu den Massentests anmelden kann. Geimpft wird auch in den Ordinationen, denn die Hausärzte kennen ihre Patienten, damit wolle man das Vertrauen in die Impfung steigern. Zunächst stehe die Information und Aufklärung der Bevölkerung im Vordergrund, man könne bereits jetzt das Gespräch mit seinem Arzt suchen, betonten die Mediziner. „Es gibt keinen anderen Ausweg aus der Pandemie. Wir haben mit der Impfung eine sehr gute Waffe“, sagte Spiegel. Das Virus grassiere ja weltweit. Impfskeptiker müssten sich fragen, was die Alternative sei.

Mit einer raschen Impfung lasse sich schneller eine Rückkehr zur Normalität im familiären Bereich erzielen, auch wenn das im öffentlichen Bereich vielleicht noch länger nicht der Fall sein sollte, so Impfreferentin Alexandra Waibel-Rümmele. Auch im Spitalbereich könne mit einer Impfung schneller wieder Normalität eintreten. Die Ärzte-Vertreter sahen „eine moralische Verpflichtung aller, sich aus Rücksicht auf die, die uns umgeben, impfen zu lassen“.

 

„Es gibt keinen anderen Ausweg aus der Pandemie. Wir haben mit der Impfung eine sehr gute Waffe.“ Robert Spiegel, Covid-19-Beauftragter der Vorarlberger Ärztekammer