Weniger Neuinfizierte in Italien

In Italien ist die Zahl der Neuinfizierten in 24 Stunden leicht gesunken. Von Freitag auf Samstag wurden 1.444 Neuansteckungen gemeldet, nach 1.462 am Vortag. Eine Person starb in 24 Stunden nach einer Infektion mit SARS-CoV-2, am Vortag waren es fünf gewesen.

red/Agenturen

35.473 Menschen sind seit Ausbruch der Epidemie in Italien am 20. Februar mit oder am Coronavirus gestorben. Die Zahl der noch aktiven Fälle lag bei 23.156, jene der in Spitälern behandelten Covid-19-Patienten sank von 1.178 auf 1.168. Auf der Intensivstation befanden sich am Freitag 79 Patienten, am Vortag waren es 74. In Heimquarantäne befinden sich derzeit 21.909 Menschen. Die Zahl der offiziell genesenen Corona-Infizierten stieg auf 208.224.

In der Region Lombardei, dem Zentrum des Corona-Ausbruchs in Italien, gab es am Samstag keine Todesopfer. Die Zahl der Gestorbenen blieb somit auf 16.860 stabil. 289 Neuinfizierte zählten die dortigen Behörden. Die Zahl der Covid-19-Erkrankten in den lombardischen Spitälern betrug 185. Auf Intensivstationen lagen in der Lombardei 18 Patienten.

Italien will im Herbst Zahl der Tests verdreifachen

Italien hat im Sommermonat August die Zahl der Tests stark erhöht, die täglich zur Lokalisierung von Coronavirus-Infektionsherden genommen werden. Touristen bei der Heimfahrt aus Kroatien, Griechenland, Spanien und Malta werden getestet. Italien will jedoch die Zahl der Abstriche weiterhin stark steigern.

Circa 100.000 SARS-CoV-Tests werden derzeit pro Tag genommen. Diese Zahl soll sich im Herbst auf 300.000 pro Tag verdreifachen, hieß es in Regierungskreisen in Rom. Der angesehene Virologe Andrea Crisanti schlug vor, auf Lkw Labors einzurichten, um auch abgelegene Gemeinden in den Bergen zu erreichen und dort die Einwohner zu untersuchen.

In Hinblick auf die am 14. September geplante Wiedereröffnung der Schulen sollen circa zwei Millionen Lehrer Antikörper-Tests unterzogen werden. Sie erfolgen auf freiwilliger Basis. Lediglich ein Drittel der Lehrer signalisierte jedoch bisher Bereitschaft, sich den Tests zu unterziehen. „Ginge es nach mir, sollten sich alle Lehrer testen lassen“, meinte der Koordinator des wissenschaftlichen Komitees für den Covid-19-Notstand, Agostino Miozzo. Dies sei jedoch nicht möglich.

Angesichts der geplanten Wiedereröffnung der Schulen in Italien ist mit einem „leichten Zuwachs“ bei der Zahl der Ansteckungen zu rechnen, wie bereits im Ausland geschehen ist. Der Beginn des Schuljahres könne jedoch nicht weiter hinausgeschoben werden, sagte Miozzo. Die Schulen sind in Italien seit dem 5. März geschlossen, was den Protest vieler berufstätiger Eltern auslöste.

Vize-Gesundheitsminister Pier Paolo Sileri erklärte, dass in der Regierung immer noch eine Diskussion zum Thema Mundschutz und Distanz auf öffentlichen Verkehrsmitteln im Gange sei. „Es ist schwierig, Kinder im Alter von sechs Jahren zum Tragen von Mundschutz zu zwingen“, gab Sileri zu. Erwartet wird, dass der Menschenandrang im Nahverkehr mit Beginn des Schuljahres zunimmt.

Italien Fahne Flagge
Trot steigender Infektionszahlen sieht Österreichs Außenminister keine Notwendigkeit, die Grenze zu Italien zu schließen.
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