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Neue Zählweise

China meldet 1.541 Coronavirus-Infizierte ohne Symptome

Nach zunehmender Kritik hat China angekündigt, die Zählweise seiner Corona-Infizierten zu ändern. Wie die Pekinger Gesundheitskommission am Dienstag mitteilte, stehen derzeit 1541 Menschen unter Beobachtung, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden, aber keine Symptome zeigen.

red/Agenturen

Ab Mittwoch sollen demnach asymptomatische Fälle auch in der täglichen Statistik der Neuinfektionen aufgeführt werden. Bisherhatte China nachweislich Infizierte, die aber keine Symptome der Covid-19 genannten Krankheit zeigen, nicht bei den neu nachgewiesenen Ansteckungen mitgerechnet.

Zahl der „importierten“ Fälle steigt

Seit Wochen gibt es in der Volksrepublik nach offiziellen Angaben kaum noch inländische Infektionen. Dafür steigt die Zahl sogenannter „importierter Fälle“. Allein am Dienstag wurden 48 Erkrankungen bei Menschen nachgewiesen, die nach China eingereist sind.

Nach den offiziellen Zahlen sind bislang 3.305 Menschen in China dem Virus zum Opfer gefallen. Insgesamt wurden auf dem chinesischen Festland 81 518 Infizierte registriert, von denen sich bislang mehr als 76 000 wieder erholt haben.

Allerdings machen die Behörden keine Angaben dazu, wie viele Menschen täglich getestet werden. Zudem scheint unklar, inwieweit die offizielle Statistik die wahre Lage spiegelt und wie hoch die Dunkelziffer ist. Für Zweifel sorgt so etwa, dass China die Zählweise schon in den vergangenen Monaten mehrfach geändert hatte.

Aus Angst vor einer zweiten Infektionswelle hatte die Volksrepublik am Donnerstag angekündigt, Ausländer zunächst nicht mehr einreisen zu lassen. Ebenfalls angekündigt wurde eine starke Reduzierung der Flugverbindungen. Ab Sonntag soll jede chinesische Fluggesellschaften nur noch eine Verbindung pro Woche in jedes Land anbieten dürfen. Das gleiche gilt für ausländische Airlines, die nach China fliegen.

Normalität eingekehrt im chinesischen Wuhan

Indes kehrte im chinesischen Wuhan, dem Ausgangspunkt der Pandemie, langsam wieder der Alltag ein. Die vor mehr als zwei Monaten angeordnete Isolation wurde gelockert. Die Einreise in Millionenmetropole ist nun wieder erlaubt, das Ausreiseverbot gilt noch bis zum 8. April.

Inzwischen haben die Vereinigten Staaten China und Italien bei der Zahl der Erkrankungen inzwischen überholt und sind das Land mit den meisten Ansteckungen weltweit. Das Schlimmste dürfte den USA allerdings noch bevorstehen: Der Gouverneur des besonders betroffenen Bundesstaates New York, Andrew Cuomo, sagte am Freitag, der Höhepunkt der Pandemie könnte in drei Wochen erreicht werden. Cuomo gehört zu jenen Gouverneuren, die wiederholt mehr Hilfen von der Trump-Regierung gefordert haben - unter anderem mehr Beatmungsgeräte.

Coronavirus - China - Wuhan - Markt - Menschenmenge - iStock
Derzeit arbeiteten chinesische und amerikanische Wissenschafter gemeinsam an Forschungsprojekten zur Rückverfolgung des Virus.
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