Coronavirus 

Deutscher Virologe und Ökonom für baldiges Lockdown-Ende

Der Virologe Alexander Kekule und der Ökonom Clemens Fuest sprechen sich dafür aus, die wegen der Corona-Krise geltenden Einschränkungen des öffentlichen Lebens bald zu lockern. Es sei „keine Option, Europa ein Jahr lang oder auch nur sechs Monate im Lockdown zu halten“, sagte Kekule der „Zeit“. „In drei bis vier Wochen könnte man beginnen zu öffnen. Bis dahin brauchen wir eine Strategie.“

red/Agenturen

Fuest sagte der Wochenzeitung, den „Lockdown“ nach einem Monat um eine Woche zu verlängern, „ist schon teuer, aber wenn das nach drei Monaten kommt, ist es ungleich teurer“. In Deutschland gelten die flächendeckenden Einschränkungen seit knapp zweieinhalb Wochen.

Fuest plädierte außerdem für eine Pflicht, Mundschutz zu tragen. „Wenn man vorschreibt, dass flächendeckend einfache Masken zu tragen sind, das wäre nicht nur medizinisch ein Schutz, sondern auch ein Signal, sich wieder rauszutrauen.“ Dann könnten Menschen auch wieder eher bereit sein, zur Arbeit zu gehen.

Kekule bezeichnete es als „ganz fürchterlich“, dass das Robert-Koch-Institut (RKI) gegenüber dem Tragen von Masken skeptisch sei. „Erst einmal schützt man andere. Zum anderen schützt man sich selbst“, betonte der Virologe. RKI-Präsident Lothar Wieler hatte am Dienstag gesagt, bei mit dem Coronavirus Infizierten sei das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes „sinnvoll“, um andere Menschen vor einer Ansteckung zu schützen. Eine Mundschutzpflicht hält er aber für unnötig.