Corona-Impfstoff

Entwickler von Astrazeneca-Impfstoff bitten um Vertrauen

Die Entwickler des Astrazeneca-Impfstoffs haben um Vertrauen für die in Europa verfügbaren Impfstoffe geworben. „Öffentliches Vertrauen ist entscheidend. Wissenschaft und Politiker müssen klare Botschaften vermitteln“, sagte Andrew Pollard von der Universität Oxford, der die klinischen Studien mit dem Präparat betreut, am Dienstag. „Impfstoffe haben keine Wirkung, wenn sie im Regal herumliegen.“

red/Agenturen

In Österreich beschäftigt seit dem Wochenende der Fall einer Krankenschwester Behörden und Öffentlichkeit, die nach einer Impfung mit Astrazeneca verstarb. Ob ein „kausaler Zusammenhang“ zwischen der Verabreichung und dem Ableben der Frau besteht, müsse man erst „ganz, ganz genau prüfen“, erklärte die Geschäftsfeldleiterin der AGES Medizinmarktaufsicht, Christa Wirthumer-Hoche, am Dienstag in einer Pressekonferenz. In Deutschland etwa blieb in den vergangenen Wochen eine Vielzahl von Astrazeneca-Impfdosen ungenutzt - unter anderem, weil frühere Berichte über eine geringere Wirksamkeit sowie Nebenwirkungen die Skepsis gegenüber dem Impfstoff erhöht hatten.

Daten aus England und Schottland, wo bereits Millionen Menschen geimpft sind, bescheinigen der Vakzine eine sehr hohe Wirksamkeit gegen schwere Verläufe von Covid-19 in allen Altersgruppen. „Wir haben sehr hart daran gearbeitet, diesen Impfstoff für die Welt zu entwickeln“, sagte die Immunologin Sarah Gilbert, die die Entwicklung des Mittels an der Universität Oxford geleitet hat. „Wir müssen nun hart an dem Prozess arbeiten, dass der Impfstoff auch genutzt wird.“ Nur so könne die Pandemie beendet und der Tod Tausender Menschen verhindert werden.

Pollard empfahl der Politik, die Menschen noch stärker zu ermuntern, Impfangebote auch wahrzunehmen. Dabei solle nicht zwischen einzelnen Präparaten unterschieden werden. Alle zugelassenen Impfstoffe seien hochwirksam. „Es geht darum, über den ganzen Kontinent hinweg Leben zu retten.“