Pflegeausbildung mit Matura: „Vorreiterprojekt“ in NÖ gestartet

Im Bildungszentrum für Gesundheits- und Sozialberufe der Caritas der Diözese St. Pölten in Gaming (Bezirk Scheibbs) wird ab diesem Schuljahr erstmals eine fünfjährige Pflege- und Sozialbetreuungsausbildung mit Matura angeboten. Niederösterreichs Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (ÖVP) sah am Mittwoch ein „absolut notwendiges Vorreiterprojekt für ganz Österreich.“

red/Agenturen

Geboten werden am Standort neben der Pflegeausbildung mit Matura mit den beiden Schwerpunkten Pflegefachassistenz und Familienarbeit auch eine drei Jahre dauernde Fachschule für Sozialberufe sowie eine zweijährige Schule für Sozialbetreuungsberufe. Als Träger fungiert die Caritas der Diözese St. Pölten in Kooperation mit dem Land Niederösterreich. Drei Klassen sind nach Angaben von Direktorin Barbara Heigl ins neue Schuljahr gestartet. Das Interesse sei groß und bestehe „weit über die Bezirksgrenzen hinaus“.

Teschl-Hofmeister ortete bei der Eröffnung des Bildungszentrums am Mittwoch in der Ausbildung von Fachkräften eine Grundvoraussetzung für das weitere Gelingen flächendeckender und qualitativ hochwertiger Pflege und Betreuung. Das Thema an sich werde vor allem in Anbetracht der demografischen Entwicklung ein „immer wichtigeres“.

Das in Gaming angebotene Bildungsprogramm garantiere eine „Ausbildung mit Zukunft“, die „keinen Tag zu früh“ beginne, hielt auch Hannes Ziselsberger, Caritas-Direktor der Diözese St. Pölten, fest. „Die Absolventinnen und Absolventen werden am Ende ihrer Ausbildung mit Sicherheit die besten Berufs- bzw. Jobaussichten haben.“

Mit der Ausweitung des berufsbildenden Schulwesens im Bereich der Sozialbetreuung und Pflege werde dem Fachkräftemangel im höher qualifizierten Pflegebereich der Kampf angesagt, betonte Martin Netzer, der Generalsekretär des Bildungsministeriums. „Wir stellen heute die Weichen für abgestimmte Gesundheits- und Krankenpflegeausbildungsangebote, die auf der zehnten Schulstufe beginnen und mit der Matura nun auch einen Zugang zu einem entsprechenden Studium eröffnen.“