Coronavirus

Sechs von 1.161 Stichproben in Schlüsselberufen positiv

Von bisher 1.161 Stichprobentests auf das Coronavirus unter Personen in Schlüsselberufen waren sechs positiv, das entspricht 0,52 Prozent. Die Checks wurden am Samstag und am Montag in Pflegeheimen, Krankenhäusern und Supermärkten durchgeführt, hieß es am Donnerstagnachmittag aus dem Bundeskanzleramt. So will man dem Anteil der „asymptomatisch" Infizierten bei Schlüsselkräften auf die Spur kommen.

red/Agenturen

In vier Pflegeheimen wurden 365 Proben genommen, wovon laut Bundeskanzleramt drei positiv waren (0,8 Prozent). Insgesamt 444 Tests fanden in drei Krankenhäusern statt, davon waren drei positiv (0,7 Prozent). Außerdem gab es in mehreren Supermärkten - von den Handelsketten zentral organisiert - bisher 352 Stichproben und keine positive Testung auf Covid-19.

Insgesamt wurden Proben von etwa 1.500 Personen gewonnen, hatte das Gesundheitsministerium zuvor mitgeteilt. Begonnen wurde mit der Untersuchung am vergangenen Wochenende, am Dienstag und Mittwoch wurden weitere Tests genommen. Nach der Feldphase sei eine wissenschaftliche Auswertung geplant. Ziel der Testreihe ist es, mehr Wissen über die Dunkelziffer und damit den Anteil der tatsächlich Infizierten in den jeweiligen Bereichen zu bekommen.

Bedenken wegen Repräsentativität

Sollte sich nun herausstellen, dass es unter Supermarkt-Angestellten mit Kundenkontakt, Ärzten und Pflegern zahlreiche Infizierte mit SARS-CoV-2 gibt, die keine Symptome haben, wäre Handlungsbedarf gegeben. Denn auch ohne Symptome kann das Virus übertragen werden. Noch problematischer wäre ein solcher Befund aus dem Grund, weil in Supermärkten, vor allem aber Spitälern und Pflegeheimen immer auch ältere und vorerkrankte Personen sind, die vor einer Ansteckung eigentlich stärker geschützt werden sollten.

Vor diesem Hintergrund sei es auch richtig und legitim, das Personal schwerpunktmäßig zu testen, sagte die Sozialforscherin Eva Zeglovits. Die Expertin vom Institut für empirische Sozialforschung (IFES) meldete aber Bedenken wegen der Repräsentativität der Stichprobe an. Müsste ihr Institut eine ähnliche Erhebung machen, „hätte ich keine schnelle Lösung auf der Hand“, gestand sie.

Denn grundsätzlich bräuchte es Listen aller Beschäftigten in den einzelnen Bereichen, idealerweise mit Informationen wie Alter, Geschlecht, Herkunft etc. „Eine vollständige Liste für die Supermärkte, eine für Gesundheit und eine für Pflege. Dann könnte man eine Zufallsstichprobe daraus ziehen, das wäre sozusagen die methodisch gute Vorgangsweise“, führte Zeglovits aus. Schon allein aus Datenschutzgründen sei es aber in der kurzen Zeit schwierig, an solche Listen zu kommen.

„Convenience Sample“

Sie vermute daher, dass die Auswahl der Testpersonen nach weniger strengen Regeln und Kriterien erfolgte, die Stichprobe also kein unverzerrter Querschnitt der Grundgesamtheit sein könne. In der empirischen Forschung würde man eine solche Vorgehensweise als „Convenience Sample“ bezeichnen.

„Das ist zwar auch interessant“, sagte Zeglovits, auf diese Weise ließen sich durchaus Hinweise ableiten. Die gewonnenen Daten hätten aber kaum Aussagekraft hinsichtlich der tatsächlichen Rate an Infizierten in den untersuchten Berufsgruppen. Man könnte auch keine Schwankungsbreiten berechnen, weil die Qualität der Stichprobe das nicht hergeben würde. Sollten die Testergebnisse öffentlich gemacht werden, müsste jedenfalls „genau hinterfragt werden, wie die Zahlen zustande gekommen sind“, meinte sie abschließend.

Test Labor
Mit Antikörpertests können Experten herausfinden, ob ein Mensch bereits mit SARS-CoV-2 infiziert war und dagegen Antikörper im Blut gebildet hat.
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