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Experten: Neue Corona-Variante könnte Eindämmung schwieriger machen

Die neue Corona-Variante B.1.1.7 könnte die Eindämmung der Pandemie schwieriger machen. Es erscheine anhand der verfügbaren Daten wahrscheinlich, dass die Variante bald auch in Deutschland dominierend sein werde, erklärte der Virologe Jörg Timm von der Uniklinik Düsseldorf der Deutschen Presse-Agentur. „Ich halte eine Senkung der Fallzahlen grundsätzlich für eine nachhaltige Infektionskontrolle für notwendig. Wenn die Daten zur erhöhten Ansteckungsfähigkeit der neuen Variante stimmen - und davon gehe ich aus - dann wird die Aufgabe sicherlich schwieriger."

 

red/Agenturen

Adam Lauring, ein Experte für Evolution von RNA-Viren an der US-amerikanischen Universität Michigan, sagte in einem Podcast: „Entscheidungsträger werden darüber nachdenken, was sie mit Blick auf Corona-Regeln tun müssen." Weil sich Varianten schneller ausbreiteten, müssten solche Maßnahmen strenger sein, um den gleichen Effekt bei der Eindämmung zu erzielen. „Wir müssen besser bei den Maßnahmen werden, um das Virus zu kontrollieren. Falls nicht, werden wir mehr Corona-Fälle sehen." Das bedeute dann auch mehr schwere Erkrankungen und mehr Tote.

B.1.1.7 war zuerst in Großbritannien nachgewiesen worden. Mittlerweile wurde die Variante auch in anderen Ländern bestätigt. In Deutschland sind bislang nur vereinzelt Fälle bekannt, etwa in Baden-Württemberg und in Nordrhein-Westfalen. Das Robert Koch-Institut erwartet aber, dass weitere Fälle hinzukommen.

In der Schweiz verbreitet sich die Mutation aus Großbritannien bereits langsam. Die Lage sei auf hohem Niveau stagnierend, allenfalls etwas rückläufig. Das sagte Virginie Masserey, Leiterin Sektion Infektionskontrolle beim Schweizer Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Dienstag. Bisher seien 28 Fälle der britischen Version des Coronavirus in sieben Kantonen nachgewiesen worden.

„Die Mutation aus Großbritannien breitet sich nun in der Schweiz aus“, sagte Masserey am Dienstag vor den Bundeshausmedien. Dies sei ein weiterer Grund, weshalb Zahl der Fälle weiter reduziert werden müsse. Falls die Fälle dieser Variante steigen würden, werde die Gesundheitsversorgung an ihre Grenzen kommen. Nicht alle Personen mit dem britischen Virus hatten direkt Kontakt mit einer Person aus Großbritannien, wie Masserey weiter anmerkte.