Krebsforschung

Forscher finden Ansatz gegen Muskelverlust bei Krebspatienten

Viele Krebspatienten leiden unter Muskelschwund. Das passiert, weil ein Signalstoff im Körper namens „BMP“ (Bone morphogenetic protein) blockiert wird, berichtet ein Forscherteam mit österreichischer Beteiligung. Reaktiviert man ihn, wird der Muskelschwund aufgehalten, fanden die Forscher in Versuchen mit Mäusen heraus. Dies wäre eine probate Therapiemöglichkeit, um die Muskeln der Betroffenen zu schützen, erklären sie im Fachjournal „Science Translational Medicine“.

red/Agenturen

Die Forscher um Marco Sandri vom Veneto Institut für Molekulare Medizin in Padua (Italien) stellten fest, dass die BMP-Signale bei den Patienten zu Beginn der Muskelprobleme abnahmen. Daran sind von den Krebszellen ausgesandte regulatorische Eiweißstoffe (Activin A und Interleukin-6) schuld, berichten sie. Sie lassen in den Muskeln einen Stoff namens Noggin erzeugen, der BMP hemmt. BMP kann sich dann nicht mehr darum kümmern, dass die Muskelfasern und -nerven aktiviert werden. Dadurch verkümmern sie.

Verstärkt man die BMP-Signale therapeutisch, hält dies den Muskelschwund auf, berichten die Forscher, zu denen auch Monika Kustermann vom Zentrum für Anatomie und Zellbiologie der Medizinischen Universität Wien gehört. Interventionen, die BMP stärken, wären demnach eine attraktive Strategie, um dem Muskelverlust in Patienten mit Krebs entgegenzuwirken, schrieben sie.

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