Grundlagenforschung

Hochdotierte ERC-"Starting Grants" an 17 Forscher:innen in Österreich

Der Europäische Forschungsrat (ERC) hat hochdotierte „Starting Grants“ an 17 in Österreich tätige Forscher:innen vergeben – u.a. an Joanna Jachowicz vom Institut für Molekulare Biotechnologie (IMBA) und Thomas Vogl von der MedUni Wien. Insgesamt können sich in dieser Antragsrunde 408 Forscher:innen in einer frühen Karrierephase über jeweils einen mit rund 1,5 Mio. Euro dotierten Förderpreis freuen.

red/Agenturen

In Summe schüttet der ERC 636 Mio. Euro in der aktuellen Vergaberunde aus. Die meisten „Starting Grants“ gehen an Forscher:innen in Deutschland (81 Projekte), den Niederlanden (40) und Frankreich (39). 70 Grants wurden in Großbritannien tätigen Forscher:innen zuerkannt. Da aber noch nicht geklärt ist, ob Großbritannien nach dem „Brexit“ weiter als assoziiertes Land an den EU-Forschungsförderprogrammen teilnehmen kann, stehen hinter diesen Projekten noch Fragezeichen, heißt es seitens dem ERC. Österreich liegt mit 17 Förderpreisen auf Rang acht, noch vor beispielsweise Schweden, Spanien und Dänemark.

Die ersten Entwicklungsschritte nach der Befruchtung

Eine der österreichischen Förderempfänger:innen ist Joanna Jachowicz vom Institut für Molekulare Biotechnologie (IMBA) der ÖAW (Österreichische Akademie der Wissenschaften), deren Forschungsanliegen die Ergründung der Bedeutung der „dunklen“ Teile des Genoms bei frühen Entwicklungsübergängen ist. Noch ist unklar, welche Rolle das „dunkle“ Genom spielt, wenn Embryonalzellen sich entscheiden, ob sie entweder Teil der Plazenta oder des zukünftigen Körpers werden.
 
Mit ihrem aktuellen ERC Starting Grant, dotiert mit 1,5 Millionen, wird Jachowicz das Zellschicksal in den frühesten Entwicklungsstadien beleuchten und die Wechselbeziehung zwischen der 3D-Genomorganisation und dem Transkriptom während der frühen Entwicklung untersuchen. Ein wichtiger Beitrag zur Verbesserung der Reproduktionsmedizin und der Stammzellenforschung.

Zusammenspiel zwischen Immunsystem und Darm-Mikrobiom

Thomas Vogl, Forschungsgruppenleiter am Zentrum für Krebsforschung der MedUni Wien, hat ebenfalls einen „Starting Grant“ mit einer Fördersumme von 1,65 Mio Euro für fünf Jahre erhalten. Ziel des Projekts „EarlyMicroAbs“ ist es, das Zusammenspiel zwischen dem menschlichen Immunsystem und dem Darm-Mikrobiom in der Entwicklung des Immunsystems zu untersuchen und Zusammenhänge und dauerhaften Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit aufzudecken.

„Dieses Projekt wird neue Einblicke in das Zusammenspiel zwischen dem menschlichen Immunsystem und dem Darmmikrobiom liefern, da die tatsächlichen Ziele der meisten Antikörper noch nie systematisch untersucht wurden“, erklärt Vogl.

17 Starting Grants gehen nach Österreich

Hierzulande gehen die meisten „Starting Grants“ an Forscher:innen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) (vier), gefolgt von der Universität Wien, dem Institute of Science and Technology Austria (ISTA) in Klosterneuburg (NÖ) (je drei) und der Technischen Universität (TU) Graz (zwei). Jeweils eine Zuerkennung geht an die Johannes Kepler Universität (JKU) Linz, die Wirtschaftsuniversität (WU) Wien, die Montanuniversität Leoben, die Universität Salzburg und die Medizinische Universität Wien.

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Sandra Schartel