Corona

Hohe Gewalterfahrung von Kindern während der Pandemie

Im Vorfeld des Welttags der Kinderrechte am 20. November hat World Vision Kinder und Jugendliche in 50 Ländern nach ihren Gewalterfahrungen während der Covid-19-Pandemie befragt. Das erschreckende Ergebnis: 81 Prozent der Befragten berichten, selbst Opfer von Gewalt geworden zu sein, oder dies bei anderen gesehen zu haben. Das berichtete die internationale Hilfsorganisation am Mittwoch.

red/Agenturen

„Dieses Jahr war für Kinder in armen Ländern besonders schwierig. Das Coronavirus hat den Druck und die Bedrohungen für Kinder weltweit erhöht, insbesondere dort, wo sie bereits in Unsicherheit leben", sagte Dana Buzducea, Kinderrechtsexpertin der NGO. "Die Welt braucht nicht nur dringend Impfungen gegen das Virus, sondern auch ein Konzept gegen eine Epidemie von Gewalt an Kindern.“

World Vision hat qualitative Interviews mit 763 Kindern und Jugendlichen in 50 Ländern geführt. Die Umfrage ergab auch, dass die Pandemie über 80 Prozent der Kinder in irgendeiner Form am Zugang zu Bildung gehindert hat. Die befragten jungen Menschen sehen vor allem die Regierungen in der Pflicht, ihnen besseren Zugang zu Bildung und zugleich besseren Schutz vor Gewalt zu gewährleisten.

Bisher hat World Vision nach eigenen Angaben im Rahmen ihres weltweiten Einsatzes gegen die Coronavirus-Pandemie rund 24 Millionen Kinder mit Bildungsmaßnahmen, Lebensmittelversorgung und Kinderschutzinitiativen unterstützt. Kinder und Jugendliche werden unter anderem über ihre Rechte zur sexuellen Selbstbestimmung aufgeklärt. Von Gewalt Betroffene können sich unter anderem über helplines an Vertrauenspersonen wenden.