Gefäßchirurgie

Mikrovehikel entwickelt, die in Blutgefäßen gegen den Strom schwimmen

Im Film „Innerspace“ aus dem Jahr 1987 reiste Dennis Quaid in einem winzigen Gefährt durch die Blutbahnen eines Menschen. An der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich werden derzeit solche Mikrovehikel entwickelt - allerdings ohne Besatzung. Sie bieten Ärzten ganz neue Möglichkeiten. Die letzte große Herausforderung war offenbar, dass die Mikrovehikel gegen den Strom anschwimmen können müssen.

red/Agenturen

„Dies ist unter anderem nötig, damit die Winzlinge in Blutgefäßen entgegen der Fließrichtung des Bluts navigieren können“, schrieb die ETH in einer Mitteilung vom Freitag. Dank einem externen Feld sei das nun gelungen.

Dabei nutzten die Forscher unter der Leitung von Daniel Ahmed und Bradley Nelson, Professoren am Departement Maschinenbau und Verfahrenstechnik der ETH Zürich, denselben Kniff, den auch Bootsfahrer in einem Fluss nutzen: Letztere rudern in Ufernähe stromaufwärts. Dort ist die Fließgeschwindigkeit wegen des Reibungswiderstands des Ufers geringer als in der Flussmitte.

„Entstopfen“ von Blutgefäßen Anwendungsfeld

Mithilfe von Ultraschall einer bestimmten Frequenz brachten die Wissenschafter einen Mikrokügelchen-​Schwarm in einem Röhrchen zunächst in die Nähe der Röhrchenwand. Anschließend konnten die Forscher den Schwarm mit einem rotierenden Magnetfeld entgegen der Flussrichtung bewegen.

Zu den angestrebten zukünftigen Anwendungsfeldern wird die Mikrochirurgie gehören - etwa das Entstopfen von Blutgefäßen. Außerdem könnten die Mikrovehikel dereinst verwendet werden, um Krebsmedikamente über die Blutgefäße zu Tumoren zu bringen und um sie dort ins Tumorgewebe einzuschleusen. Ein weiteres Anwendungsfeld ist schließlich laut der Mitteilung das Einbringen von Medikamenten aus Blutgefäßen ins Hirngewebe.