Wissenschaft

Nur jede zweite Infektion bei Kindern in Wien entdeckt

Jede zweite Covid-Infektion eines Kindes oder Jugendlichen wird in Wien nicht entdeckt. Das zeigte die in Wien durchgeführte Lead-Covid-19-Studie, für die Wissenschafter Anitkörpertests bei über 600 ungeimpften Kinder und Jugendlichen durchführten, die glaubten, nicht mit dem Virus infiziert gewesen zu sein. Die Impfung ist der einzige Weg, um die Kinder zu schützen, schloss Projektleiterin Marie-Kathrin Breyer vom Ludwig Boltzmann-Institut für Lungengesundheit.

15.809 Neuinfektionen, 48 Tote und 520 Intensivpatienten

Heute, Freitag, hat die Regierung einen 20-tägigen Lockdown ab Montag angekündigt - am Tag mit einem neuen Rekord an Neuinfektionen. Innen- und Gesundheitsministerium meldeten 15.809 neue Fälle seit Donnerstag, außerdem 48 weitere Todesopfer. Auf Intensivstationen müssen bereits 520 Schwerkranke behandelt werden, um 22 mehr als am Vortag. Österreichweit sind 2.871 Infizierte im Spital, um 84 mehr als am Donnerstag.

Coronavirus

Antikörpermittel von AstraZeneca wirkt in Studie

Ein Antikörpermedikament von AstraZeneca hat sich auch in einem längeren Beobachtungszeitraum als effektiv bei der Vorbeugung von Covid-19 erwiesen. In der klinischen Studie, in der die Teilnehmer im Mittel sechs Monate lang beobachtet wurden, verringerte das Mittel demnach das Risiko einer symptomatischen Erkrankung um 83 Prozent, teilte das Unternehmen am Donnerstag in einer Aussendung mit.

Peter Klimek
Komplexitätsforscher

Klimek: "Unfassbare Entwicklung"

Die am Donnerstag angekündigten harten Lockdowns in Oberösterreich und Salzburg sind für den Komplexitätsforscher Peter Klimek das bittere Ende einer „unfassbaren Entwicklung, die man zugelassen hat“. Nie im Pandemieverlauf sei die „Ausnahmesituation so extrem“ gewesen. Daher sei nun aber auch davon auszugehen, dass die ergriffenen Maßnahmen entsprechend wirkungsvoll sein werden, so der Forscher zur APA. Aktuell sei leider „kein Bundesland aus dem Schneider“.

Kopfschmerz Erschöpfung
Schmerz

Migräne: Antikörpertherapie mit guten Resultaten

Rund zehn Prozent der Österreicherinnen und Österreicher leiden an Migräne. Bei Frauen sind es sogar Häufigkeiten bis 25 Prozent in bestimmten Altersgruppen, berichtete Karin Zebenholzer von der Universitätsklinik für Neurologie in Wien am Donnerstag bei einer Pressekonferenz. Diagnose und Therapie sind laut dem Neurologen Claudio Lind oft schwierig. Was viele aber nicht wissen: Seit drei Jahren gibt es eine Antikörpertherapie „mit zum Teil sehr eindrucksvollen Resultaten“.

Hämophilie

Gentherapie hilft langfristig gegen Bluterkrankheit

Eine Gentherapie hilft offenbar längerfristig gegen die Bluterkrankheit Hämophilie A. Bei der überwiegenden Mehrzahl von Behandelten zeigte sich in einer klinischen Studie eine anhaltende Normalisierung der Blutgerinnung, berichteten jetzt US-Wissenschafter in einer Studienpublikation im „New England Journal of Medicine“. Es handelt sich um die zweite derartige Untersuchung mit ähnlich positiven Ergebnissen.

Studie

Grazer Forscher: Muskelzellen in Aorta haben rätselhafte Schräglage

Die glatte Muskulatur der Hauptschlagader (Aorta) windet sich in der Gefäßwand nicht genau kreisförmig, sondern mit einer leichten Schräglage, berichtet der Grazer Biomechaniker Gerhard Holzapfel. Sie wurde offensichtlich in der Evolution so ausgerichtet, um das biomechanische Verhalten der Aorta zu optimieren, sagte er der APA. Er erstellte mit Kollegen ein Computermodell des dreischichtigen Gefäßes. Die Studie erschien im Fachjournal „Proceedings A“ der Royal Society.

Impfstich
Studie

Schutz nimmt vor allem bei Älteren nach mehreren Monaten ab

Immer mehr Studien weisen auf einen Rückgang des Impfschutzes vor schweren Corona-Verläufen nach mehreren Monaten hin. So nimmt der Schutz einer schwedischen Untersuchung zufolge nach einem halben Jahr stark ab. Deutsche Fachleute warnen zwar vor einer Überbewertung dieser schwedischen Ergebnisse, sehen aber grundsätzlich einen Trend bestätigt, auf den auch andere Studien hindeuten. Booster bei Risikogruppen auf breiter Front seien wichtig.

Corona

Kinderärzte warnen vor gefährlicher Immunreaktion

Bei Kindern können nach SARS-CoV-2-Infektionen auch bei milden Verläufen nach einiger Zeit schwere Komplikationen auftreten. Etwa eines von 1.000 betroffenen Kindern entwickelt ein Pädiatrisches hyperinflammatorisches Syndrom mit Multiorganbeteiligung (Multisystem Inflammatory Syndrome in Children/MIS-C), warnte die Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (ÖGKJ) am Mittwoch. Auch davor schütze die Impfung – jene für Kinder selbst und durch geimpfte Personen im Umfeld.

In Graz formiert sich Lungenforschung im „Lung Research Cluster“

Ein neues Schwerpunktzentrum im Bereich der Lungenforschung wurde in Graz präsentiert: Der „Lung Research Cluster“ der Medizinischen Universität Graz und des Grazer Ludwig Boltzmann Instituts für Lungengefäßforschung (LBI LVR) möchte zelluläre und molekulare Mechanismen beschreiben, die zur Entstehung schwerer Lungenkrankheiten - vom Lungenhochdruck über COPD bis zu Lungentumoren - beitragen, wie die Universität am Mittwoch mitteilte.

Stichwort: Triage

Die Coronavirus-Pandemie überfordert derzeit zahlreiche Krankenhäuser bis hin zu ganzen Gesundheitssystemen. Den Salzburger Landeskliniken droht die völlige Überlastung, ein sechsköpfiges Triage-Team wurde nun gebildet. Ressourcenknappheit kann zu Rationierungen führen. Tritt die Situation einer Triage ein, müssen Ärzte in der Covid-Krise darüber entscheiden, welche Patienten intensivmedizinisch betreut werden.

Pillen Spritzen iStock
Covid-Medikamente auf dem Prüfstand

Keine bittere Pille

Die Versprechen der Pharmakonzerne an ihre Covid-19-Medikamente sind verheißungsvoll. Die Realität derzeit: Ampullen, Fläschchen, Pillen so weit das Auge reicht. Ein Foto aus einer britischen Intensivstation, das den Tagesbedarf für einen Covid19-Patienten zeigt, kursierte kürzlich im Netz und zeigt: Ein für alle Patientinnen und Patienten zugelassenes Mittel, das speziell das Coronavirus bekämpft, fehlt weiterhin. Warum es schwierig ist, virale Infektionen zu behandeln und welche Präparate gerade hoch gehandelt werden. Der Versuch eines Status Quo.

Verzögerungen bei Auswertungen von PCR-Tests

Aufgrund der starken Nachfrage nach PCR-Tests kommt es in einigen Bundesländern nach wie vor zu längeren Wartezeiten auf die Testergebnisse. Auch die Test-Sets werden mitunter knapp. Das bestätigte die Österreichische Apothekerkammer am Montag auf APA-Anfrage. "Es kann zu Verzögerungen kommen, weil die Labors in einzelnen Bezirken und Regionen völlig überlastet sind", sagte ein Sprecher.

Rückenschmerz

Orthopäden sehen Zunahme von Rückenschmerzen durch Pandemie

Lockdown, Home-Office, Homeschooling - all diese Pandemie-Maßnahmen rufen laut dem Berufsverband der Österreichischen Fachärzte für Orthopädie (BVdO) mehr und stärkere Rückenschmerzen hervor. Circa zwei Millionen chronische Schmerzpatienten, zwei Drittel mit Rückenschmerzen, gab es in Österreich laut BVdO-Präsident Ronald Dorotka schon vor Corona. „Die Pandemie hat das nicht verbessert“, stellte er bei einer Pressekonferenz am Montag in Wien fest und riet zu mehr Bewegung.

Wien ermöglicht früheren Drittstich und verschärft Maßnahmen

Auch Wien verschärft einmal mehr die Coronamaßnahmen - und erleichtert zugleich den Zugang zur Impfung. Wie Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) am Freitag mitteilt, können sich geimpfte Personen schon nach vier Monaten ihren dritten Stich abholen. Bisher war dies erst ab sechs Monaten möglich. Zugleich werden die Zügel in der Nachtgastro und bei Events ab 25 Personen angezogen. Dort wird „2Gplus“ verordnet. Geimpfte und Genesene brauchen also auch einen PCR-Test.

In Wien startet die Corona-Schutzimpfung bei Kindern

Heute, Montag, geht im Austria Center Vienna in Wien die österreichweit erste Impfstraße für Kinder zwischen fünf und elf Jahren in Betrieb. Die Eröffnung werden Bürgermeister Michael Ludwig und Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (beide SPÖ) vornehmen. Die Nachfrage nach Terminen ist sehr groß: Mit Sonntag, Stand 17.00 Uhr, gab es 9.216 Buchungen, 184 Termine waren (bis Jahresende) noch frei. Bei Bedarf werde das Kontingent aber aufgestockt, hatte die Stadt bereits angekündigt.