Wissenschaft

„Nature“-Innovationsranking: Zwei Austro-Institutionen in Top-100

Das Fachjournal „Nature“ hat erhoben, wie Patente mit wissenschaftlichen Publikationen in Verbindung stehen. Einer Anfang Dezember vergangenen Jahres veröffentlichten Rangliste zufolge ist diese Verbindung vor allem bei Forschungsinstitutionen und Unternehmen aus den USA und Großbritannien stark ausgeprägt. Mit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) und der Universität Wien haben es aber auch zwei heimische Einrichtungen unter die Top-100 geschafft.
 

Kuh

Mikroben-Zwillinge bevölkern einträchtig Kuhmagen

Im Vormagen (Pansen) von Kühen entwickelten sich wohl seit der Haustierwerdung zwei Zwillings-Völklein an Mikroben. Sie teilen sich heute den Lebensraum an den Pansenschleimhäuten, ohne zu konkurrieren, weil sie von unterschiedlichen, sehr nährreichen Fettsäuren leben, berichten Wiener Forscher im Fachjournal „Nature Microbiology“. Genaue Kenntnisse der Pansenflora könnten helfen, die klimaschädlichen Auswirkungen der intensiven Wiederkäuerhaltung zu verringern.

Vogelgrippe bei privater Geflügelhaltung in Oberösterreich bestätigt

In Oberösterreich ist am Freitag bei einer privaten Geflügelhaltung im Bezirk Braunau nahe der Grenze zum Bundesland Salzburg die Vogelpest bestätigt worden. Der betroffene Hof hält drei Gänse, elf Enten und 20 Hühner sowie Pfaue, Esel, Ponys und Schafe. Ein Teil des Geflügelbestandes sei bereits verendet. Für das noch vorhandene Geflügel wurde von der Bezirkshauptmannschaft die Tötung angeordnet, teilte das Land in einer Aussendung mit.

Miniaturteleskop
Atrophie

Miniatur-Teleskop zur Behandlung der AMD implantiert

Mit Hilfe eines neuartigen intraokularen Teleskops kann Patient:innen in der Spätphase der trockenen altersbedingten Makuladegeneration (AMD) die Lesefähigkeit zurückgeben werden. Das Implantat kommt bei AMD-Patient:innen zum Einsatz, die durch die sogenannte geographische Atrophie die zentrale Sehschärfe verloren haben. Nun haben Armin Mir Mohi Sefat, Oberarzt an der Klinik für Augenheilkunde des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, und sein Team, erstmals in Norddeutschland das „SING-IMT“ Implantat erfolgreich eingesetzt.

Psychische Erkrankungen

Placebos wirken auch ohne Täuschung

Placebos wirken laut einer neuen Studie gegen Schuldgefühle - selbst wenn behandelte Personen wissen, dass ihre Medikamente keinen Wirkstoff enthalten. Dieses Resultat sei ein erster, vielversprechender Schritt in Richtung symptomspezifischer und ethisch vertretbarer Behandlungen für psychische Beschwerden, wie ein Forschungsteam der Universität Basel und des Universitätsspitals Zürich aus einer im Fachblatt „Scientific Reports“ veröffentlichten Studie schlussfolgern.

Coronavirus

Innsbrucker Studie etabliert Modell zur Resistenz-Vorhersage

Ein Innsbrucker Forscherteam rund um die Virologin Dorothee von Laer hat ein sicheres Modell zur Vorhersage von resistenten Coronaviren gegen antivirale Medikamente entwickelt. Das neue System, das solche Mutationen identifizieren kann, wurde anhand des Coronamedikaments Paxlovid entwickelt und soll künftig verhindern, dass die Wirksamkeit des Hauptbestandteils ebenjenes Medikamentes, nämlich Nirmatrelvir, beeinträchtigt werden könnte, hieß es seitens der Med Uni Innsbruck.

Meer
Studie:

Klimawandel führte 2022 zu Temperaturrekord in Weltmeeren

Nicht nur an Land, auch in den Weltmeeren verursacht der Klimawandel immer neue Temperaturrekorde. 2022 sei bei den Ozeanen das heißeste Jahr seit Beginn der Messungen gewesen, heißt es in einer Studie, die ein internationales Forscherteam am Mittwoch im Fachblatt „Advances in Atmospheric Sciences“ veröffentlichte.

Grippewelle

Influenza weiter stark verbreitet, Impfaufruf erneuert

Die starke Grippewelle hat Österreich nach wie vor im Griff. Das Zentrum für Virologie der MedUni Wien meldete am Mittwoch anhand der Zahlen der Vorwoche „weiterhin hohe Influenzavirusaktivität“. Ferienbedingt gab es weniger Einsendungen von Stichproben, die Positivrate lag aber bei hohen 46 Prozent. Die Influenza-Impfung ist weiterhin vor allem für Ältere und Kinder empfohlen, bei Kindern wurden diese Saison wie auch in anderen Jahren bereits tödliche Grippefälle gemeldet.

Chlamydien infizieren seit über einer Milliarde Jahre Wirtszellen

Chlamydien leben als Endosymbionten in Wirtszellen - von Amöben bis zu Tieren einschließlich des Menschen, wo sie Infektionen hervorrufen können. Wie sie zu einem endosymbiotischen Lebensstil übergingen, während andere Vertreter ihrer Stammgruppe (PVC-Gruppe) frei leben, ist noch weitgehend unklar. Wiener Forscher berichten nun im Fachjournal „Nature Microbiology“, dass Chlamydien bereits seit über einer Milliarde Jahren die Fähigkeit haben, Wirtszellen zu infizieren.

Erik Randall Huber
Interview Männergesundheit

„Grundsätzlich gibt es keine Andropause“

Mit dem Schlagwort „Movember“ können mittlerweile recht viele Menschen etwas anfangen: Fancy Bärte sollen ein Zeichen wider die sprichwörtliche „Vorsorgemuffeligkeit“ rund um Prostatacheck und Co. unter den Männern setzen. Prävention ist aber nicht nur im November, sondern immer ein Thema. medinlive hat mit dem Urologen Erik Randall Huber über Themen wie Testosteron im Alter oder wenig aussagekräftige Spermiogramme gesprochen – und warum ihn Mumps manchmal zur Verzweiflung treibt.

(Eva Kaiserseder)
Coronavirus

Aktuelle SARS-CoV-2 Varianten haften schneller, länger, stärker

Die stachelartigen Fortsätze (Spikes) der aktuellen SARS-CoV-2 Varianten „Delta“ und „Omikron“ docken schneller, stärker und länger an menschliche Zellen an, als jene Spielarten der Coronaviren zu Beginn der Pandemie, berichten österreichische Forscher im Fachjournal „Nature Communications“. Die Krankheitserreger werden dadurch rascher aufgenommen und wahrscheinlich weniger leicht durch Luftstrom, Schleim oder Blutfluss von den Wirtszellen abgelöst.

Resistenzentwicklung

Zu viele Antibiotika in China, Indien und Co.

Antibiotika-Rückstände in Gewässern von Schwellenländern stellen eine große Herausforderung dar. In Indien, China und vielen weiteren Ländern dieses Gebiets sorgten sie für potenzielle Resistenz-Hotspots, berichtet ein Wissenschaftlerteam in einer Übersichtsarbeit. Abwässer und Kläranlagen scheinen demnach Hauptquellen für die Entwicklung von Antibiotikaresistenzen in diesen Regionen zu sein.

Nikolaus Popper
Wissenschaftliche Arbeit

Simulationsforscher Popper: Vorwürfe von „Plagiatsjäger" Weber

Der als „Plagiatsjäger“ bekannte Kommunikationswissenschafter Stefan Weber erhebt Vorwürfe gegen den Simulationsforscher Niki Popper. In seinem Blog führt Weber aus, dass Popper in seiner Diplomarbeit (2001) Textstellen über den menschlichen Atmungskreislauf angeführt habe, ohne sie entsprechend auszuweisen. Popper räumte nun ein, Passagen „unreflektiert“ übernommen zu haben. Er stehe für die Aufarbeitung zur Verfügung.

MedUni Wien

Neuer Biomarker zur frühzeitigen Vorhersage für das Ansprechen auf CAR-T-Zell-Therapie

Ein Forschungsteam der MedUni Wien hat einen hochpotenten Biomarker für das klinische Ansprechen auf die CAR-T-Zell-Therapie entdeckt und damit die Voraussetzung für den optimalen Einsatz dieser neuartigen Therapie für den Lymphdrüsen-Krebs beschrieben. Die aktuellen Erkenntnisse sind ein wesentlicher Schritt zur Optimierung dieser vielversprechenden Therapie. Die Ergebnisse der Studie wurden aktuell im Top-Journal „Frontiers in Immunology“ veröffentlicht.

Franz Essl

Ökologe und Naturschützer Franz Essl ist „Wissenschafter des Jahres“

Der Ökologe und Biodiversitätsforscher Franz Essl ist „Wissenschafter des Jahres 2022“. Am Montag, knapp vor seinem 50. Geburtstag am 14. Jänner, hat er die Auszeichnung des Klubs der Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten für seine Vermittlungsarbeit entgegengenommen. Der Botaniker ist seit Jahren Stammgast in der Liste der meistzitierten Forscher weltweit und einer der prononciertesten Hinweisgeber des Landes in Sachen Artenschutz und Klimawandel.

Hohe Auslastung in Schweizer Spitälern erhöht Sterberisiko

Bei hoher Auslastung der Spitalbetten nimmt die Sterblichkeit laut einer neuen Studie pro Tag um zwei Prozent zu - teilweise deutlich bevor die volle Bettenkapazität erreicht ist. Besonders betroffen sind kleine Spitäler. Für die Studie haben Forschende der Universität Basel die Daten von knapp 1,2 Millionen Patient:innen aus 102 Schweizer Spitälern ausgewertet, hiess es in einer Mitteilung der Universität vom Montag.