Wissenschaft

AstraZeneca will mit Corona-Impfstoff kleinen Gewinn machen

Der britisch-schwedische Pharmakonzern AstraZeneca will ab nächstem Jahr mit seinem Corona-Impfstoff moderate Gewinne erzielen. Das Unternehmen hatte betont, während der Pandemie mit seinem Vakzin keinen Profit machen zu wollen. Der Konzern spricht mit einigen Ländern, die es sich leisten könnten, über Impfstoff-Lieferungen, die AstraZeneca im kommenden Jahr einen kleinen Gewinn bringen könnten. Verkäufe an arme Länder sollen weiterhin nicht auf einen Profit abzielen.

Coronavirus

Blutgerinnungshemmer verkürzt Dauer der Infektion

Die Verabreichung von niedermolekularem Heparin verkürzt die Dauer einer SARS-CoV-2-Infektion und verbessert das Überleben von Covid-19-Erkrankten. Bei Patientinnen und Patienten, die diesen Blutgerinnungshemmer bekommen, ist die Infektionszeit im Schnitt um vier Tage kürzer, berichtete David Pereyra von der Universitätsklinik für Allgemeinchirurgie der MedUni/AKH Wien am Freitag aus einer eigenen Studie. Diese wurde im Fachblatt „Cardiovascular Research“ veröffentlicht.

Virus Aerosole
Coronavirus

Neues Verfahren misst infektiöse Aerosole in Innenräumen

Coronaviren breiten sich hauptsächlich über Tröpfchen und über die noch kleineren Aerosole aus - feinste feste oder flüssige Partikel, die längere Zeit in der Luft schweben können. In nicht ausreichend belüfteten Innenräumen wird das Virus daher leicht übertragen. An der TU Graz wurde ein Verfahren mitentwickelt, mit dem sich Virenbewegungen in Innenräumen nachstellen lassen, teilte die Universität am Donnerstag mit.

Christian Drosten
Einwand

Drosten: Keine Pandemie nur der Ungeimpften

Der Berliner Virologe Christian Drosten hält es für falsch, wenn derzeit von einer „Pandemie der Ungeimpften“ gesprochen wird. „Wir haben eine Pandemie, zu der alle beitragen – auch die Geimpften, wenn auch etwas weniger“, sagte der Leiter der Virologie an der Berliner Charité der „Zeit“ (Donnerstag). „Die Delta-Variante hat leider die Eigenschaft, sich trotz der Impfung zu verbreiten.“

Fake News
Coronavirus

Molekularbiologe übt Kritik an Haslauers Virologen-Sager

Wie ernst gemeint auch immer er war: Der Sager von Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP), dass Virologen Menschen aus Schutz vor einer Infektion am liebsten einsperren würden, hat noch am Mittwochabend für scharfe Kritik gesorgt. Ulrich Elling vom Institut für Molekulare Biotechnologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften konterte dem Politiker im Puls24-Interview und warf Haslauer „Fake News“ vor. Vielmehr habe die Politik viel zu spät reagiert.

Coronavirus

Impfdurchbrüche steigen, Daten belegen Wirkung der Impfung

Von den 72.794 symptomatischen laborbestätigten Corona-Fällen, die zwischen 11. Oktober und 7. November aufgetreten sind, waren 41 Prozent der Betroffenen – 29.818 Personen – vollständig geimpft. Das gab die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) am Mittwoch bekannt. Die Anzahl der sogenannten Impfdurchbrüche lag damit zuletzt deutlich höher als seit Februar insgesamt mit rund 17 Prozent. Daten belegen aber weiterhin eine hohe Wirksamkeit der Impfung.

Moderna Impfstoff Vakzin
Corona-Impfstoff

Moderna beantragte EU-Zulassung für jüngere Kinder

Der US-Hersteller Moderna hat eigenen Angaben zufolge bei der Europäischen Arzneimittelagentur EMA die Zulassung seines Corona-Impfstoffs auch für Kinder im Alter von sechs bis elf Jahren beantragt. Die entsprechenden Unterlagen für die Erweiterung der bedingten Marktzulassung seien eingereicht worden, teilte Moderna am Dienstag mit. Noch gibt es in Europa keinen zugelassenen Impfstoff für Unter-Zwölf-Jährige.

Spritze
Corona

Vielfach höhere Inzidenzen bei nicht Vollimmunisierten

Welchen Unterschied die Covid-19-Schutzimpfung macht, zeigt eine Gegenüberstellung der Sieben-Tages-Inzidenzen der Vollimmunisierten und der nicht bzw. nicht vollständig Geimpften. Der AGES zufolge liegt in der Gruppe der Zwölf- bis 17-Jährigen die Sieben-Tages-Inzidenz (Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen je 100.000 Einwohner) bei den Immunisierten bei rund 250, bei den un- bzw. nicht zur Gänze Geschützten dagegen über 1.600.

Mehr als 400 Menschen auf Intensivstationen, 39 Tote

Mehr als 400 Menschen müssen derzeit in Österreich nach einer Corona-Infektion intensivmedizinisch behandelt werden. Exakt 403 Intensiv-Patientinnen und -Patienten meldeten das Gesundheits- und Innenministerium am Dienstag. Das sind um 26 Betroffene mehr als noch tags zuvor bzw. 86 mehr als vergangene Woche. Innerhalb von 24 Stunden sind 39 weitere Menschen an oder mit Covid-19 verstorben. Seit Beginn der Pandemie verloren 11.554 Menschen mit einer Corona-Infektion ihr Leben.

OECD-Studie

Depressionen seit 2019 mehr als verdoppelt

In Österreich erlitten im Pandemie-Jahr 2020 mehr als doppelt so viele Menschen (21 Prozent) wie noch 2019 depressive Symptome - das geht aus dem neuen „Gesundheit auf einen Blick“-Bericht („Health at a Glance") der OECD hervor. In vielen anderen Ländern ist diese Entwicklung bei Depressionen und Angsterkrankungen ebenfalls sichtbar. Die Lebenserwartung ging zurück, die Sterblichkeit stieg an.

Hochgiftiges Starrkrampftoxin lindert Muskelschwund

Vermutet wurde es schon lange, nun haben es deutsche Forscher bestätigt: Tetanustoxin, das Wundstarrkrampf auslöst, lindert Muskelschwund. Nachgewiesen wurde das in einer Doppelblindstudie an Hunden, die nach einem Bandscheibenvorfall gelähmt waren. Bisher gab es für eine Behandlung von Muskelschwund - beispielsweise nach einem Schlaganfall, bei Multipler Sklerose oder nach Rückenmarksverletzungen - kein wirksames Medikament. Zur Behandlung blieb nur Physio- und Ergotherapie.

Neues Wiener Gen-Netzwerk erleichtert Suche nach seltenen Krankheiten

An vielen Erkrankungen sind komplexe Veränderungen in verschiedenen Bereichen des menschlichen Erbguts sowie Umweltfaktoren beteiligt. Seltene Erkrankungen können dagegen auch auf einen einzigen Gendefekt zurückzuführen sein. Diesen jedoch im Wirrwarr der Erbinformation und den auf deren Basis hergestellten Proteinen zu finden, ähnelt der Suche nach der berühmten Nadel im Heuhaufen. Ein neues, von Wiener Forschern aufgebautes Netzwerk soll nun die Suche erleichtern.

Forscherin

Hunderte Genveränderungen können Autismus verursachen

Menschen mit Autismus haben zwar Gemeinsamkeiten wie Probleme bei sozialen Beziehungen und der Kommunikation, sowie eine Vorliebe für stereotype Tätigkeiten, aber es gibt diese „Entwicklungsstörung“ in sehr unterschiedlichen Ausprägungen. Das ist nicht verwunderlich, denn Hunderte Genveränderungen können sie hervorbringen, erklärte Gaia Novarino vom Institute of Science and Technology (IST) Austria in Klosterneuburg der APA im Vorfeld einer Autismus-Konferenz am Dienstag.

Schlaf Kleinkind

Studie untersucht Schlafen und Träumen in der Pandemie

Das Schlafverhalten vieler Menschen hat sich während der Pandemie verändert, das haben bereits mehrere Schlafstudien ergeben. Der zweite Teil der internationalen Studie ICOSS (International Covid Sleep Study) nimmt mit österreichischer Beteiligung nun noch einmal das Schlafen und Träumen in der Coronazeit genauer unter die Lupe. Bis Ende November werden dafür noch Teilnehmerinnen und Teilnehmer gesucht.

Mehr als 2.000 mit Covid-19 im Spital

Während man in Deutschland alarmiert ist, weil die Sieben-Tages-Inzidenz erstmals seit Ausbruch der Pandemie die 200er-Schwelle überschritten hat, kann man von solchen Werten in Österreich nur träumen. Mit 633,2 Fällen je 100.000 Einwohner ist die Inzidenz mehr als drei Mal so hoch. Damit wurde am Montag auch hierzulande der bisherige Höchstwert erreicht. Außerdem liegen mittlerweile mehr als 2.000 Covid-19-Patientinnen und -Patienten im Spital.

Nur mehr bei knapp 40 Prozent Infektionsquelle geklärt

Nur mehr bei vier von zehn Corona-Fällen steht die Infektionsquelle fest. Das geht aus der aktuellen Epidemiologischen Abklärung der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) hervor. Demnach konnte bei den in der letzten Oktoberwoche (Kalenderwoche 43 - 25. bis 31. Oktober) gemeldeten Infektionen in 39,6 Prozent der Fälle ermittelt werden, wie es zu der Ansteckung gekommen war. In der Woche davor lag der Anteil der geklärten Fälle noch deutlich über 50 Prozent.