Wissenschaft

Datagap

„Gender Data Gap“: Die Welt ist auf den Mann zugeschnitten

Von der Medikamentendosierung über die Fahrzeugsicherheit bis hin zur Größe des Smartphones - was das Leben aller berührt, ist häufig nur auf die halbe Bevölkerung abgestimmt. Schuld ist der „Gender Data Gap“, erklärte Sonja Sperber vom Institut für Strategie, Technologie und Organisation der Wirtschaftsuniversität Wien (WU) im Gespräch mit der APA. Probanden bei der Entwicklung alltagsrelevanter Produkte seien nämlich nur selten Frauen.

Photovoltaik
Klimawandel

Studie: EU muss Milliarden mehr in emissionsarme Technologien stecken

Wenn die Europäische Union die Treibhausgasemissionen bis 2050 wie geplant auf netto Null bringen will, muss sie nach einer neuen Studie sofort massiv in emissionsarme Technologien investieren. Nötig seien für bis 2025 pro Jahr mindestens 302 Milliarden Euro, schreiben Forschende der Universität ETH in Zürich im Fachjournal „Nature Climate Change“.

Salat nimmt giftige Zusatzstoffe aus Reifenabrieb auf
Laborstudie

Forscher:innen weisen giftige Substanzen aus Reifenabrieb in Salat nach

Wiener Forscher:innen haben in einer Laborstudie giftige Zusatzstoffe aus dem Abrieb von Autoreifen in Salat nachgewiesen. Die Reifenpartikel kommen durch Wind, Klärschlamm und Abwasser auf die Felder, wo die in ihnen enthaltenen Schadstoffe in das Gemüse gelangen können. Wie die Wissenschafter:innen in Experimenten zeigten, nahmen Salatpflanzen alle fünf untersuchten, teilweise hochgiftigen Chemikalien auf.

Influenza Grippe picturedesk
Grippewelle

Noch keine Entwarnung: Weiter hohe Influenzaaktivität

Bei der diese Saison früh gestarteten und mit erheblichen Infektionszahlen grassierenden Grippewelle gibt es auch nach dem Jahreswechsel noch keine Entwarnung. Das Zentrum für Virologie der MedUni Wien als heimisches Referenzlabor für Grippeviren ortete am Mittwoch „unverändert weiterhin hohe Influenzavirusaktivität in Österreich". Ferienbedingt gebe es weniger Stichprobeneinsendungen, die Positivrate an Influenzanachweisen betrug vergangene Woche jedoch 52 Prozent.

Diabetes Prädiabetes
Studie

Diabetikerinnen haben vor allem im Wechsel erhöhtes Thromboserisiko

Frauen mit Diabetes sind besonders gefährdet, Venenverschlüsse durch Blutgerinnsel (Venöse Thromboembolien) zu erleiden, berichten Wiener Mediziner:innen. Am höchsten ist das Risiko in den Wechseljahren (Perimenopause). In jener Zeit sollten diese Patientinnen „hinsichtlich der Entwicklung von Venenthromboembolien sorgfältiger überwacht werden“, erklären die Forscher:innen. Die Studie wurde im Fachjournal „Diabetes Research and Clinical Practice“ veröffentlicht.

Sigmund-Freud-Privatuni bekämpft Aus von Medizin-Masterstudium

Die Sigmund-Freud-Privatuniversität (SFU) wehrt sich gegen das Aus ihres seit 2015/16 angebotenen Medizin-Masterstudiengangs. Die Agentur für Qualitätssicherung und Akkreditierung Austria (AQ Austria) hat die Zulassung des Medizin-Masters zuletzt wegen Qualitätsmängeln widerrufen. Die SFU will nun den entsprechenden Teil des Bescheids beeinspruchen, wie Rektor Alfred Pritz gegenüber der APA bestätigt. Gleichzeitig wird eine Wiedereinreichung des Studiums vorbereitet.

Coronavirus

China pusht Remdesivir zum Schlucken

Bei in die Höhe springenden Zahlen an Covid-19-Erkrankungen in China wäre gerade jetzt eine wirksame medikamentöse Therapie besonders wichtig. Chinesische Wissenschafter wollen jetzt mit einer zum Schlucken geeigneten Form des Wirkstoffs Remdesivir keine schlechteren Ergebnisse als mit dem im Westen bekannten Paxlovid (Pfizer) in der Behandlung von Risikopatient:innen belegt haben.

Zöliakie Bauchschmerzen
Zöliakie

Therapie spricht nicht an - was tun?

Der Verzicht auf glutenhaltige Nahrungsmittel verbessert die Symptomatik der meisten Patient:innen mit Zöliakie. Doch ein Teil der Betroffenen leidet trotz Einhalten der Diät unter anhaltenden oder refraktären Beschwerden. Eine US-amerikanische Fachgesellschaft hat jetzt Empfehlungen zu Diagnose und Management der refraktären Zöliakie veröffentlicht.

Spritze Vakzine Biontech
Corona

Impfung verschiebt Altersspektrum der Spitalspatient:innen stark

Auch wenn manche Experten die Covid-19-Pandemie in eine Influenza-ähnliche Situation mit ständiger Verbreitung samt saisonalen Spitzen übergehen sehen, die Gefahr bleibt. Kanadische Experten haben jetzt mit Daten aller Covid-19-Erkrankten der Provinz British Columbia den Schutzfaktor der Impfung bezüglich schwerer Verläufe belegt: Die Covid-19-Impfung verschiebt die Häufigkeit von Spitalsaufnahmen altersmäßig dramatisch und reduziert sie insgesamt stark.

Mann krank
Studie

„Männerschnupfen“ gibt es nicht

Für manche gilt „Männerschnupfen“ als lebensbedrohliche Erkrankung. Aber selbst ohne diese humoristische Zuspitzung glauben viele, dass Männer viel stärker unter Schnupfen leiden als Frauen. Doch Innsbrucker Forscher veröffentlichten im „Journal of Psychosomatic Research“ nun eine Studie, wonach „das Konzept des 'Männerschnupfens' verworfen werden sollte“. Männer hätten keine schlimmeren Symptome als Frauen, diese würden sich aber schneller erholen.

Omikron
Corona

Omikron-Dominanz nicht gleich absehbare positive Entwicklung

Am 3. Jänner 2022 verlautete die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) in ihrem Variantenbericht, dass die neue SARS-CoV-2-Variante „Omikron“ die davor prominent kursierende Delta-Variante in ihrer Verbreitung überflügelt hat. Die Wachablöse vollzog sich Ende 2021. Das läutete letztlich eine völlig neue Pandemie-Phase ein, die sich als „großer Schritt in Richtung Ende der Pandemie“ entpuppte, so der Virologe Andreas Bergthaler. Klar war das aber lange nicht.

Interview somatoforme Störungen

„Hier sollten die Alarmglocken läuten“

Häufige Verdauungsbeschwerden oder immer wieder auftretendes Herzrasen ohne erkennbaren körperlichen Grund? Dahinter könnten sich so genannte somatoforme Störungen verbergen. medinlive sprach mit dem Psychiater Michael Bach über den oft langen Weg zur Diagnose, die eindeutig weiblich dominierte Erkrankung und warum der Begriff gerade einen Wandel erfährt.

Grippe-Saison: Sprunghafter Anstieg der gemeldeten Fälle

In der vergangenen Woche hat es einen sprunghaften Anstieg der Influenzanachweise in Österreich gegeben. Epidemisches Niveau – also eine Grippewelle – ist damit noch nicht erreicht, so das Zentrum für Virologie der MedUni Wien am Donnerstag. Doch das Gesundheitsministerium warnt davor, dass eine solche Welle kurz bevorstehen könnte und ruft zum Impfen auf.

Krankenhaus

Erste stationäre Pflege für chronisch kranke Kinder in Wien entsteht

In Wien entsteht das erste stationäre Pflege- und Betreuungsangebot für Kinder und Jugendliche mit komplexen, chronischen Erkrankungen. Bisher lebten betroffene Kinder trotz abgeschlossener Akutbehandlungen u.a. weiterhin auf Krankenhausstationen, berichtete das Haus der Barmherzigkeit am Donnerstag. In dessen Pflegekrankenhaus in der Seeböckgasse in Wien-Ottakring sollen gegen Ende 2023 die ersten jungen Patientinnen und Patienten im neuen Wohnbereich Fridolina einziehen.

Joanna Jachowicz
Grundlagenforschung

Hochdotierte ERC-"Starting Grants" an 17 Forscher:innen in Österreich

Der Europäische Forschungsrat (ERC) hat hochdotierte „Starting Grants“ an 17 in Österreich tätige Forscher:innen vergeben – u.a. an Joanna Jachowicz vom Institut für Molekulare Biotechnologie (IMBA) und Thomas Vogl von der MedUni Wien. Insgesamt können sich in dieser Antragsrunde 408 Forscher:innen in einer frühen Karrierephase über jeweils einen mit rund 1,5 Mio. Euro dotierten Förderpreis freuen.

Pressekonferenz ILC 2020 EASL Wedemeyer Bulevirtide
Deutscher Lebertag

Vielversprechende Medikation gegen Hepatitis D

Die chronische Infektion mit HDV ist die schwerste Form aller Virushepatitiden mit einem deutlich schnelleren Fortschreiten hin zu Leberzirrhose und Leberkrebs. Eine Lebertransplantation war bislang oft die einzige Überlebenschance für Hepatitis-D-Patient:innen. Mit Bulevirtide wurde ein neues Hepatitis-D-Medikament am Leberkongress vorgestellt, das die aggressive Virusvariante eliminieren soll.