Wissenschaft

Spanische Grippe
Pandemien

Nur Spanische Grippe und Aids tödlicher als Corona

Die Zahl der offiziell registrierten Todesfälle durch Covid-19 hat die Marke von fünf Millionen überschritten. Die tatsächliche Zahl der Opfer schätzt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf das Zwei- bis Dreifache. Damit ist Corona weit verheerender als die meisten anderen Virus-Epidemien und -Pandemien des 20. und 21. Jahrhunderts. Nur die Spanische Grippe und Aids töteten noch mehr Menschen.

In Wien Auffrischung für alle bereits nach sechs Monaten

In Wien ist ab sofort eine Auffrischung der Corona-Schutzimpfung für alle Geimpften bereits ab sechs Monaten nach dem Zweitstich möglich. Eine Anmeldung für die Impfzentren oder bei niedergelassenen Ärzten ist verpflichtend, Termine sind ab morgen, Dienstag, zu haben, teilte Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) am Montag mit. Die Bundeshauptstadt griff damit wahrscheinlich dem Nationalen Impfgremium (NIG) vor, das am Dienstag eine Sitzung u.a. zum dritten Stich angesetzt hat.

Experte Zeitlinger mit Empfehlung zum Booster für alle ab 18

Der Vorstand der Universitätsklinik für klinische Pharmakologie der Medizin-Uni Wien, Markus Zeitlinger, spricht sich klar für eine Empfehlung zum „Dritten Stich" für alle Personen ab 18 Jahren bei der Corona-Schutzimpfung aus. Die Infektionszahlen werden zwar aktuell ganz eindeutig von den Ungeimpften getrieben, „aber man sieht, dass es auch bei den Durchbruchsinfektionen (bei Geimpften, Anm.) nach oben geht“, sagte der Experte im APA-Interview am Montag.

5.861 Neuinfektionen binnen 24 Stunden in Österreich

Die Dynamik der vierte Welle hat in den Herbstferien weiter zugenommen, auch am Freitag hat es in Österreich einen neuen Corona-Höchstwert gegeben. In den vergangenen 24 Stunden kamen 5.861 Neuinfektionen hinzu. Mehr als 5.000 neue Fälle pro Tag hatte es zuletzt in der zweiten Welle im November 2020 gegeben. Außerdem kamen nun allein in der vergangenen Woche 100 Todesfälle hinzu. Am Freitag mussten auch wieder deutlich mehr Covid-19-Patienten in Spitälern behandelt werden.

JuergenKnoblich_(c)IMBASandra

Stem cell scientist sees obligation to face ethical issues

With his brain organoids, Jürgen Knoblich scored a scientific breakthrough. The technology developed in his laboratory in Vienna is used worldwide and enables research into neurological diseases on human tissue. In an interview with "medinlive," the stem cell pioneer outlines the status quo and potential of organoid research and provides insight into the ethical debate.

Ralph Steinman
Immunologie

Nobelpreisträger Steinman: Zu später Triumph für den lang Unterschätzten

2011 bekam der kanadische Immunologe Ralph Steinman, dessen zehnter Todestag am 30. September war, den „Nobelpreis für Physiologie oder Medizin“ verliehen. Unter anderem erhielt er sie für seine Entdeckung der dendritischen Zellen in den 1970er Jahren. Verbunden ist die Bekanntgabe des Preisträgers auch mit einem wohl einzigartigen Lapsus in der Geschichte des Preises. Steinmans Forschung war übrigens nicht immer so angesehen wie heute.

David Major
Artificial intelligence

Radiologists should keep the threads in their hands

It can process exorbitant amounts of data in a very short time. While artificial intelligence is seen as offering great potential in medicine, the final decision should remain in the hands of medical professionals, says researcher David Major of the Center for Virtual Reality and Visualization (VRVis), who pulls the strings in the background of artificial networks.

digitalisierung pixabay
How COVID-19 is driving digitization

Part 1: Automated triage

The coronavirus pandemic boosted the use of artificial intelligence in clinical practice. Faced with medical staff shortages and overflowing patient volumes, more and more hospitals, such as those in the U.S. and U.K., are turning to automated tools, especially in the emergency department. But as significant as these tools are, their rapid adoption comes with risks.

Wolf Singer
Neuroscience

Human brain orchestrates without a director

While brain research has uncovered many insights regarding the functioning of nerve cells, researchers are still groping in the dark on one essential topic: namely, how the neuron network organizes itself. At the same time, brain research is increasingly dealing with phenomena that reach into philosophy and thus shake up the conception of humankind.

Intensivstation
Lärm im Krankenhaus

Bettruhe statt Daueralarm

Schrill piepsende Geräte, brummende Maschinen, knallende Türen, lautstarke Gespräche: In Krankenhäuser buhlen Lärmquellen um Aufmerksamkeit, verzögern die Heilung von Patientinnen und Patienten und begünstigen Kunstfehler im OP. Hauptübeltäter sind Daueralarme, obwohl nahezu 90 Prozent der Alarme im Krankenhaus keine klinische Intervention erfordern. Um den Lärm einzudämmen tüfteln Wissenschafter und Tongestalter an Konzepten: Statt Daueralarm spielt es heilende Klänge und Dissonanz.

Darstellung verschiedener neokortikaler Neuronen, Säugetier, Blue Brain Project / École Polytechnique Fédérale de Lausanne
Clinical application of organoids

Playing with neuronal fire

Like a thunderstorm in the brain that discharges uncontrollably - the condition that patients experience during epileptic seizures is hard to control, especially in complex cases. A new approach has emerged from the biotech lab: so-called organoids, which can be used to artificially reconstruct brain regions. Now they have arrived in the clinic. Martha Feucht, head of the Epilepsy Center at the University Clinic for Pediatrics and Adolescent Medicine at Vienna General Hospital, tells medinlive.at how research on cerebral organoids is changing the path from bench to bedside.

 

ABCSG Pressekonferenz
Onkologie

Österreichische Brustkrebs-Studie setzt neuen Behandlungsstandard

Brustkrebs ist die weltweit häufigste Krebserkrankung der Frau, in Österreich kommen jährlich 5.500 neue Patientinnen dazu. 70 Prozent der Fälle macht eine Krebsart aus, die vor allem Frauen nach der Menopause betrifft und mit einer nebenwirkungsreichen Hormontherapie behandelt wird. Die optimale Behandlungsdauer sei dabei jedoch kürzer als bisher angenommen, heißt es nun in einer am Mittwoch veröffentlichten Studie österreichischer Krebsforscher mit 3.484 Teilnehmerinnen.

Bluttransfusion von Schaf zu Mensch
Transfusionsmedizin

Am Anfang war ein Schaf

Der 14. Juni, der Geburtstag des österreichischen Nobelpreisträgers und Entdeckers der Blutgruppen Karl Landsteiner, wurde von der Weltgesundheitsorganisation zum Weltblutspendetag ausgerufen. Ein wenig in Vergessenheit gerät dabei ein verhinderter englischer Arzt, der exakt vor 100 Jahren in London den weltweit ersten Blutspendedienst gegründet hat.

Stefan Kiechl
Interview Schlaganfall

„Die Risikovoraussage wird sich deutlich verbessern"

Jährlich erleiden ungefähr 25.000 Österreicher einen Schlaganfall, nach Herzkreislauferkrankungen und Krebserkrankungen ist der Schlaganfall die dritthäufigste Todesursache in Österreich: Bei Frauen gehen rund 1,9 Prozent der Todesfälle auf einen Schlaganfall zurück, bei Männern sind es rund 1,4 Prozent. Der Neurologe Stefan Kiechl ist unter anderem wissenschaftlicher Leiter am VASCage, das Gefäßalterung und Schlaganfall im Fokus hat. Im medinlive-Interview skizziert er den aktuellen Forschungsstand, die dramatische Entwicklung bei der Akuttherapie und das Thema Prävention bei der Arteriosklerose, Stichwort chronische Entzündungen.

Studie: SARS-CoV-2-Mutationen können die Immunüberwachung von menschlichen T-Killerzellen erschweren 

Die körpereigene Immunantwort spielt beim Verlauf einer SARS-CoV-2 Infektion eine entscheidende Rolle. Neben den Antikörpern sind auch sogenannte T-Killerzellen dafür verantwortlich, Viren im Körper aufzuspüren und unschädlich zu machen. Forscher zeigten nun in einer Studie, dass SARS-CoV-2 sich durch bestimmte Mutationen für die Immunantwort durch T-Killerzellen unerkennbar machen kann. 

Wiedermann-Schmidt
Interview Corona-Impfstoff

„Als medizinischer Mensch sollte man mit gutem Beispiel vorangehen“

Ursula Wiedermann-Schmidt ist Professorin für Vakzinologie und Leiterin des Instituts für Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin der MedUni Wien. Im Gespräch mit medinlive erklärt sie die verschiedenen Ansätze bei der Impfung gegen Corona, welche Anforderungen an den Impfstoff gestellt werden, wie es zu der schnellen Zulassung kommen konnte und warum noch viel Aufklärungsarbeit notwendig, es dennoch aber eine hoffnungsvolle Situation ist.

(Kathrin McEwen)