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Investoren

Ärztekammer warnt vor wachsenden monetären Interessen

Die derzeitige Diskussion rund um die Änderungen im Apothekengesetz zwischen Apothekerkammer und dem Verband der Arzneimittelgroßhändler, Phago, beschäftigt auch die Ärztekammer. Sie sieht die wachsenden monetären Interessen im Gesundheitswesen höchst kritisch.

red

Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres begrüßt daher ausdrücklich die geplanten gesetzlichen Änderungen, die eine Limitierung der finanziellen Spielräume von Investoren im Apothekenbereich vorsehen. Laut einem Artikel in der „Presse“ sorgt das geplante Positionspapier zur Änderung des Apothekengesetzes aktuell für Unmut bei Phago. Diese vertritt die insgesamt sechs Arzneimittelgroßhändler auf dem österreichischen Markt: Herba Chemosan, Kwizda, Richter Pharma, Phoenix, Pharmosan und Jacoby GM. Knackpunkt wäre bei einer Gesetzesänderung der dadurch limitierte Einfluß der Großhändler, den diese momentan in durchaus beachtlichem Umfang genießen. (Das Apothekengesetz bzw. dessen Erstfassung stammt übrigens aus dem Jahr 1906.) Warum der Einfluss gegeben ist? Schlicht, weil Arzneimittelgroßhändler Apothekern beim Erwerb teurer Apotheken etwa durch Kreditvergaben oftmals zur Seite stehen und im Gegenzug dafür Sicherheiten in Form von Beteiligungen verlangen würden, so die „Presse“.

 „Wenn Geld verstärkt in den Fokus rückt, ist die Unabhängigkeit der Medizin in Gefahr“, so Szekeres, der auf ähnliche Probleme für die Ärzteschaft verweist: „Genauso wie bei den Apotheken, wo Arzneimittelgroßhändler nach Beteiligungen streben, um den Absatz ihrer Produkte abzusichern, versuchen immer wieder Finanzinvestoren, sich in Ordinationen oder ganze Kliniken einzukaufen.“

Das Resultat derartiger finanzieller Beteiligungen an Gesundheitseinrichtungen wie Ordinationen, Kliniken oder auch Apotheken „ist in der Regel nicht das Patientenwohl, sondern wieviel man maximal an jedem Patienten verdienen kann“, so Szekeres weiter. Das schade in vielen Fällen der Gesundheit mehr, als es ihr diene.

Trend zur Ökonomisierung problematisch

In Deutschland und anderen europäischen Staaten seien sowohl das Apotheken-  als auch das Ärztegesetz in dieser Hinsicht schon viel schärfer, so Szekeres. Österreich habe hier einen massiven Nachholbedarf. Der Gesetzgeber sei gefordert, legistische Voraussetzungen zu schaffen, um den Spielraum finanzkräftiger und ausschließlich gewinnorientierter Investoren einzugrenzen.

„Wenn wir es nicht schaffen, den Trend zur Ökonomisierung in der Medizin abzuwenden, dann werden wir schon bald in einer Welt leben, wo Menschen unterschiedlich viel ‚wert‘ sind und Patienten möglicherweise mehr Medizin als notwendig erhalten, nur um die Gewinne der Investoren zu maximieren, oder auch Defizite bei der medizinischen Behandlung auftreten, nur weil bestimmte Patienten zu wenig abwerfen“, warnt Szekeres.

Geld Münzen
1,7 Milliarden Bilanzverlust in den nächsten fünf Jahren sieht die Gebarungsvorschau der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) vor. Wie es zu diesem Minus kommt, darüber ist bereits ein heftiger politischer Streit im Gange.
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