Wissenschaft

Darm
Darmgesundheit

Reizdarmsyndrom meist in Verbindung mit bakteriellen Biofilmen

Das Reizdarmsyndrom wird bisher nur im Ausschlussverfahren diagnostiziert. Wiener Forscher konnten nun aber nachweisen, dass ein Reizdarm zumeist dann vorliegt, wenn im Darm endoskopisch sichtbare bakterielle Biofilme vorkommen. „Damit ist es uns erstmals gelungen, eine Ursache des Reizdarmsyndroms aufzuzeigen und gleichzeitig auch zu zeigen, wie man diese Erkrankung besser beurteilen, klassifizieren und einschätzen kann“, erläuterte Studienleiter Christoph Gasche am Freitag.

Corona-Impfung

CureVac weniger effektiv als erhofft

Im Rennen um die Markteinführung eines weiteren hochwirksamen Corona-Impfstoffs hat Biopharmafirma CureVac aus dem deutschen Tübingen einen empfindlichen Dämpfer publik gemacht. Das Unternehmen musste einräumen, dass der eigene Impfstoffkandidat CVnCoV in einer Zwischenanalyse nur eine vorläufige Wirksamkeit von 47 Prozent gegen eine Corona-Erkrankung „jeglichen Schweregrades“ erzielt habe. Damit habe er die vorgegebenen statistischen Erfolgskriterien nicht erfüllt.

Corona-Impfstoff

Wenig Hoffnung auf bessere Wirksamkeit bei CureVac

Nach dem Rückschlag für den Corona-Impfstoff von CureVac dämpft ein Experte die Hoffnung auf eine deutliche Zunahme der Wirksamkeit im weiteren Studienverlauf. Nach der Zwischenauswertung könne die Effizienz eines Impfstoffes bis zur finalen Zulassung noch um wenige Prozent steigen, sagte ein Sprecher des Verbands forschender Arzneimittelhersteller (vfa). „Eine enorme Zunahme ist aber nicht zu erwarten.“

Zoonose

Fledermäuse in der Schweiz beherbergen keine gefährlichen Viren

In Kot- und Gewebeproben von in der Schweiz lebenden Fledermäusen haben Virologinnen und Virologen der Uni Zürich nach Viren gefahndet. Sie entdeckten insgesamt 16 Virusfamilien, die Wirbeltiere infizieren können, darunter auch Coronaviren. Von einer Gefahr für Menschen gehen sie aber nicht aus.

Studie

Schwere Corona-Fälle: ein Viertel bekommt posttraumatische Belastungsstörung

Jeder vierte sehr schwer an Covid-19 Erkrankte entwickelt später eine posttraumatische Belastungsstörung. Das ergab eine Studie der Universität Duisburg-Essen, für die von April 2020 bis März 2021 mehr als 30.000 Menschen untersucht wurden. Demnach stieg bei diesen Menschen, die auf der Intensivstation behandelt wurden, im Schnitt am hundertsten Tag nach ihrer Entlassung die Traumasymptomatik an.

Eurostat

Übersterblichkeit in der EU geht tendenziell zurück

Die Übersterblichkeit in der Europäischen Union fällt inzwischen weniger deutlich aus als zu Beginn der Corona-Pandemie im vergangenen Jahr. Während im April vergangenen Jahres noch rund 25 Prozent mehr Menschen starben als in den Vorjahren im gleichen Zeitraum, ging die Übersterblichkeit in diesem April auf einen Wert von rund 21 Prozent zurück. Eine –  ausnahmsweise erfreuliche – Folge der Corona-Pandemie: Aufgrund des geringeren Verkehrsaufkommens 2020 fiel die Zahl der Verkehrstoten so stark wie seit zehn Jahren nicht.

Corona-Pandemie

Erfahrungen laut Experten für Krebsimpfung wichtig

Die Erfahrungen, welche die Wissenschaft derzeit mit den massenhaft durchgeführten Corona-Impfungen gewinnt, sind auch für die Krebsforschung essenziell. Zumal die bekannten mRNA-Impfstoffhersteller im Bereich der Krebsimpfung forschen, berichtete Guido Wollmann, Krebsforscher am Institut für Virologie der Medizinischen Universität Innsbruck, am Mittwoch in einer Aussendung. Auch die Erkenntnisse resultierend aus den Mischimpfungen seien wichtig, sagte er.

Studie

Rückschlag für Astrazeneca bei Entwicklung von Medikament gegen Covid-19

Der britisch-schwedische Pharmakonzern Astrazeneca hat bei der Entwicklung eines Medikaments gegen Covid-19 einen Rückschlag erlitten. In einer ersten Studie sei das Ziel, eine symptomatische Covid-19-Erkrankung zu verhindern, nicht erreicht worden, teilte der Konzern am Dienstag mit. Das Medikament mit einer Antikörper-Kombination soll sowohl der Krankheit vorbeugen als auch die Symptome behandeln.

Coronavirus

Riskante Forschung mit gefährlichen Erregern

Etwa eineinhalb Jahre nach dem erstmaligen Auftreten des neuartigen Coronavirus ist sein Ursprung noch immer unklar. Die US-Geheimdienste gehen unter anderem der Theorie nach, wonach der Erreger SARS-CoV-2 durch einen Laborunfall im Institut für Virologie im chinesischen Wuhan in Kontakt mit dem Menschen kam. Für diese These gibt es bisher keine schlagenden Beweise, für das allgemeine Risiko einer Pandemie durch einen Laborunfall allerdings schon.

Über ein Fünftel der Österreicher leidet an Tagesschläfrigkeit

Mit 22 Prozent leidet über ein Fünftel der Österreicher an Tagesschläfrigkeit. Schlafprobleme wurden vor allem durch die Pandemie verstärkt. So schlafen 32 Prozent der Menschen in Österreich seit Corona schlechter. Zudem kann dies massive Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Das ergab eine Umfrage von Spectra-Marktforschung, hieß es bei einem Pressegespräch des Unternehmens „Home Care Provider“ am Dienstag.

Studie: Zwei Impfstoffdosen verhindern bei Delta-Virusvariante schwere Verläufe

Mit einer vollständigen Corona-Impfung lassen sich laut einer britischen Studie auch bei der Delta-Variante des Coronavirus schwere Krankheitsverläufe vermeiden. Zwei Dosen des Wirkstoffs von Pfizer/Biontech verhinderten der am Montag vorgestellten Studie der Gesundheitsbehörde Public Health England (PHE) zufolge in 96 Prozent der Fälle eine stationäre Behandlung. Für das Vakzin von Astrazeneca lag die Quote bei 92 Prozent.

Hohe Impfquote mindert Corona-Risiko für junge Ungeimpfte

Eine hohe Impfquote im Land kann offenbar das Risiko für ungeimpfte Jugendliche vermindern, sich mit Corona anzustecken. Das zeigen Gesundheitsdaten aus Israel, die im Fachjournal „Nature Medicine“ vorgestellt werden. Mit zunehmender Zahl geimpfter Erwachsener wurden immer weniger unter 16-Jährige positiv auf Corona getestet - im Mittel halbierte sich der Anteil positiv Getesteter in der noch ungeimpften Bevölkerung mit jedem Anstieg um 20 Prozentpunkte beim Anteil Geimpfter.

Bluttransfusion von Schaf zu Mensch
Transfusionsmedizin

Am Anfang war ein Schaf

Der 14. Juni, der Geburtstag des österreichischen Nobelpreisträgers und Entdeckers der Blutgruppen Karl Landsteiner, wurde von der Weltgesundheitsorganisation zum Weltblutspendetag ausgerufen. Ein wenig in Vergessenheit gerät dabei ein verhinderter englischer Arzt, der exakt vor 100 Jahren in London den weltweit ersten Blutspendedienst gegründet hat.

Pausieren von ACE-Hemmern könnte Genesung beschleunigen

Das zeitweise Absetzen von ACE-Hemmern und Angiotensin-Rezeptorblockern beeinflusst zwar nicht die Schwere einer Covid-19-Erkrankung, könnte sich aber günstig auf die Erholungsphase auswirken. Zu diesem Ergebnis kamen nun Forscher der Medizinischen Universität Innsbruck und des Klinikums der Ludwig-Maximilans-Universität München in einer Studie. Vor allem bei älteren Herz-Kreislaufpatienten könnte das Pausieren der Medikamente deshalb sinnvoll sein.

Delta-Variante wohl 60 Prozent ansteckender als Alpha-Typ

Die zunächst in Indien entdeckte Corona-Variante Delta ist Analysen zufolge wesentlich ansteckender als der in Großbritannien entdeckte Alpha-Typ. Das Risiko, die Menschen im eigenen Haushalt anzustecken, sei bei Delta schätzungsweise 60 Prozent höher als bei Alpha, teilte die englische Gesundheitsbehörde Public Health England am Freitag mit.Außerdem soll sich Delta stärker als andere Varianten der Schutzwirkung der Impfstoffe entziehen können.

Coronavirus

Variante Alpha blieb im Mai in Österreich dominant

Im Mai sind in Österreich in 413 untersuchten Proben neun Varianten von SARS-CoV-2 durch Ganzgenomsequenzierung festgestellt worden. Das geht aus dem aktuellen Bericht der AGES hervor. Dominant war B.1.1.7 (Alpha, vormals britische Variante) mit 97 Prozent, wobei in keiner dieser Proben eine E484K (Flucht-)Mutation festgestellt wurde.