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Corona-Impfung

Mehr als Hälfte der Erwachsenen in EU vollständig gegen Corona geimpft

Rund 200 Millionen Menschen und damit 54,7 Prozent der erwachsenen Bevölkerung in der EU sind nach Angaben der Europäischen Kommission inzwischen vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Angesichts der steigenden Infektionszahlen warmte unterdessen der Europachef der WHO vor einem nachlassenden Tempo bei den Impfungen. Ursula von der Leyen kündigte an, dass die EU-Länder bis Ende des Jahres mindestens 200 Millionen Corona-Impfdosen spenden wollen.

mil/Agenturen

Die EU-Kommission hat sich zum Ziel gesetzt, dass bis zum Ende des Sommers 70 Prozent der Erwachsenen in der EU vollständig gegen Corona geimpft sein sollen. Bei den meisten der in der EU zugelassenen Corona-Impfstoffe sind für die vollständige Immunisierung zwei Dosen notwendig. Nur bei dem Vakzin des US-Herstellers Johnson&Johnson reicht eine Spritze.

„Wir gehören jetzt zu den Regionen in der Welt, die am meisten geimpft haben“, sagte die Kommissionssprecherin. „Aber es ist wichtig, dass diese Fortschritte gleichmäßiger verteilt sind, damit es keine Inseln gibt, wo das Virus sich ausbreiten und mutieren kann.“

EU will 200 Millionen Corona-Impfdosen spenden

Die EU-Länder wollen an Entwicklungs- und Schwellenländer bis Ende des Jahres mindestens 200 Millionen Corona-Impfdosen spenden. Dies kündigte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Donnerstag an. Damit werde der bereits im Mai zugesagte Betrag von 100 Millionen Dosen übertroffen. Beim G7-Gipfel vergangenen Monat hatte Deutschland bereits die Zahl 2,3 Milliarden Impfdosen bis Ende 2022 für ärmere Länder in Aussicht gestellt.

Die Impfkampagnen in der EU waren im Vergleich zu den USA und Großbritannien relativ langsam angelaufen. Inzwischen wurden nach Berechnungen der Nachrichtenagentur AFP aber rund 440 Millionen Impfdosen in die EU-Mitgliedstaaten geliefert. Das entspricht 98,4 Dosen pro 100 Einwohner. In den USA wurden bislang 102,4 Dosen pro 100 Einwohner ausgeliefert.

Am 10. Juli hatte die EU nach Angaben von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ihr Ziel erreicht, genügend Impfstoff gegen das Coronavirus bereitzustellen, um 70 Prozent der Erwachsenen abzudecken. Die EU-Kommission ist für das gemeinsame Impfbeschaffungsprogramm der Mitgliedstaaten verantwortlich.

WHO-Europachef warnte vor nachlassendem Impftempo

Im Hinblick auf steigende Corona-Infektionszahlen warnt unterdessen der Europachef der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor einem nachlassenden Tempo bei den Impfungen. Angesichts des noch nicht ausreichenden Impffortschritts lege die Delta-Variante die Achillesferse Europas frei, sagte Hans Kluge dem „Handelsblatt“. „Je langsamer wir impfen, umso mehr Varianten werden entstehen.“

Das Impftempo nehme in vielen Ländern ab einer Impfquote von 40 bis 50 Prozent deutlich ab, so Kluge. Das reiche aber noch nicht annähernd aus. Die Maskenpflicht müsse daher beibehalten werden. Einer Impfpflicht steht Kluge demnach skeptisch gegenüber, sie müsse ein Mittel der letzten Wahl sein. „Wir können aber an einen Punkt gelangen, an dem die WHO eine Impfpflicht empfehlen wird.“

 

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